Elektro Bodenhacke im Test – Bodenbearbeitung im Kleingarten

Bild oben ungepflegtes Beet, Bild unten glatter, unkrautfreier Gartenboden nach der Bodenbearbeitung mit der Elektro Bodenhacke
Gemüsebeete vor und nach der Bodenbearbeitung mit der Elektro-Bodenhacke

Die Bodenbearbeitung in Kleingärten ist unter Hobby-Gärtnern ein viel diskutiertes Thema und hat viele Facetten. Dabei ist die Beachtung der Bodenökologie wohl die grundsätzlichste und wichtigste. Aber auch Effektivität und Ergonomie sind wichtige Themen.  Aspekte, die auch bei der Nutzung einer Elektro Bodenhacke  eine wichtige Rolle spielen.

Im folgenden Artikel berichte ich über meine Erfahrungen mit der IKRA Elektro Bodenhacke FEM 1500  und gebe Infos zu wichtigen Grundsätzen der Bodenbearbeitung. Das Gerät wurde mir ohne jegliche Vorgaben zum Test zur Verfügung gestellt. (Werbung nach DSGVO).

Bodenbearbeitung

Im Bereich zwischen 15 und 30 Zentimeter spielt sich im Erdreich das Bodenleben ab. Ein allseits bekanntes und wichtiges Bodenlebewesen ist der Regenwurm. Wie alle anderen Bodenlebewesen bereitet er den Boden für unser Gemüse auf und sorgt für die Bodenfruchtbarkeit. Die Bodenflora besteht  Pilzen, Algen, Bakterien und Flechten. In der Bodenfauna finden sich große, kleine und winzigste Tiere wie Maulwürfe und Spitzmäuse, Regenwürmer und Käfer sowie Amöben und Fadenwürmer.
Der Gartenboden ist empfindliches Biotop und das Bodenleben darin sollte wenig wie möglich gestört werden.

Die klassische Bodenbearbeitung ist das Umgraben. Das Problem dabei: Bodenlebewesen, die an die Verhältnisse der oberen Bodenschicht angepasst sind, finden sich durch das Umgraben in tieferen Schichten wieder, wo ihnen der nötige Sauerstoff fehlt.

Ganz abwegig ist das Umgraben aber nicht. Während humusreiche oder leichte Böden eigentlich gar nicht umgegraben werden müssen, ist dies bei lehmigen Gartenboden oder gar tonigen Böden durchaus hin und wieder angesagt, um zusammen mit Kompostgaben oder auch dem Unterarbeiten von Sand die Bodenstruktur langsam zu verbessern.

Grundsätzlich ist die beste Bodenbearbeitung im Frühjahr mit einem Sauzahn. Ein paarmal kreuz und quer über die Beete gezogen, glatt rechen und fertig. Die ist aber nur für leichtere Böden eine praktikable Lösung.

Bodenbearbeitung in meinem Garten

Ich habe einen schweren, lehmigen Gartenboden, den ich über die Jahre aus einer Wiese herausgepflegt habe. Mittlerweile ist er durch häufige Humusgaben meist schon dunkelbraun und nicht mehr am Anfang einfach nur lehmig hellbraun. Trotzdem ist der Boden noch sehr lehmig, was im Sommer durchaus Vorteile hat. Die Wasserspeicherkapazität eines Lehmbodens ist enorm viel höher als die eines leicht zu bearbeitenden sandigen Bodens. Man muss nicht so viel gießen und die Pflanzen halten bei Abwesenheit auch länger durch.
Aber natürlich gibt es auch die Kehrseite. Gewisse Begleitkräuter – aka Unkraut – können sich in dem festen Boden so festkrallen, dass ich es fast herausschneiden muss. Und letztlich – und da kehren wir zur Bodenbearbeitung zurück: Alles, was ich mit Sauzahn oder Grabgabel im Frühjahr mit dem Boden anstelle, wirft größere, lehmige Brocken auf, die zu harten Betonblöcken zusammenbacken. Ohne sofortige Zerkrümelung – in einem 2. Arbeitsgang – ist an Saat und auch Pflanzung auf solchen Beeten nicht zu denken.

Saatvorbereitung manuell und maschinell

In der Tat bin ich das bis dato immer so verfahren: Oberboden mit der Grabgabel oder einer Hacke lockern, dann alles mit dem Kultivator manuell zerkrümeln und letztlich mit dem Rechen die unkrümelbaren Bollern abrechen. Das funktioniert ganz gut.

Um mir die Arbeit etwas zu erleichtern – man wird nicht jünger – hatte ich mir vor 2 Jahren eine Motorhacke zugelegt, auch mit dem Hintergedanken neue Flächen  zu kultivieren, die ich noch etwas gestalten möchte.
Klar war, es sollte ein Gerät für den Hausgarten sein, kein großer Benziner für den Profigärtner. Das ist auch eine Frage des Preises. Aber auch bei der Elektro-Motorhacke habe ich mir gedacht: Da wird ein billiges Teil schon reichen.  Ich hatte mich getäuscht: Nach 5 Quadratmetern war Ende Gelände und die Maschine hatte den Geist aufgegeben. Gut, ich habe das Geld zurückerstattet bekommen, aber ich war erst einmal kuriert.

Test der Elektro Bodenhacke FEM 1500

Lieferung

Offener Karton mit der zerlegten Maschine für die BodenbearbeitungDie Lieferung erfolgte schnell und unkompliziert. Die Bodenhacke wurde in einem festen Paket geliefert. Beim Öffnen positiv aufgefallen: alles fest und sicher verpackt mit recylefähigem Material (Karton)  – bis auf etwas Folie am Griff, aber das ist bei der Menge an eingespartem Styropor vernachlässigbar.

IKRA Elektro Bodenhacke FEM 150 (Link zu Amazon, Anzeige)

Aufbau

Die Griffe werden angeschraubtDer Aufbau war selbst für mich als einer mit zwei linken Schrauber-Händen in einer halben Stunde erledigt. Dafür habe ich den Motor mit den Hackmessern erst einmal im stabilen Karton belassen. So steht das Ganze während des Aufbaus sicher und fest.
Positiv anzumerken ist- im Vergleich zu der früheren Maschine -, dass es hier nur wirklich wenige Schraubenarten gibt, die leicht zuzuordnen sind.
Auch von Vorteil: die Kabelführung kann am Ende der Aufbauarbeiten eingehängt werden. Letztes Mal hatte ich das vergessen und musste – weil sie in den Rahmen eingefädelt werden musste – alles noch einmal auseinander bauen.
Wichtig aber ist, das an sich symmetrische Gestänge richtig herum anzubringen. Denn der Sicherheitsschalter ist – wie die Kabelführung aus dem Motor heraus – linksseitig. Ich habe das natürlich erst einmal falsch gemacht, wie das Bild zeigt. Kann ich nur sagen: rtfm – read the fucking manual!

Die Elektro Bodenhacke bei der Bodenbearbeitung

  • Räder zum Transport haben sie alle, nur ein Rad wie bei dieser Elektro Bodenhacke ist gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber letztlich trotzdem. Es gibt für diese Lösung aber einen sinnigen Hintergrund: Wenn man Radbefestigung löst, herauszieht und umgekehrt wieder in die Halterung einbaut, hat man einen:
  • Tiefenbegrenzer!
    Und das ist wirklich wichtig! Denn nur so kann ich die Tiefe der Bearbeitung eingrenzen und bei der im Frühjahr allfälligen oberflächigen:
  • Beetvorbereitung zur Saat das tieferliegende Bodenleben (s.o.) unbehelligt lassen. Wie gesagt: Bei meinen Bodenverhältnissen muss ich alle paar Jahre etwas tiefer eingreifen, aber für die jährliche Aufbereitung des Boden für Saat und Pflanzung reicht eine minimale Bearbeitungstiefe. Trotzdem bietet das Gerät mit über 20 cm wenn nötig eine:
  • Bodenbearbeitung auf Spatentiefe. Die 24 Messer auf 6 Hacksternen, ermöglichen drei unterschiedliche Arbeitsbreiten von 17 – 45 cm.
    Auch besser gelöst als bei dem mir schon bekannten Gerät ist die mechanische:
  • Sicherheitsbremse (siehe im ersten Bild am linken Holm). Sie nicht so zickig und funktioniert beim Starten immer! Andererseits ist hier aber möglich, mit etwas Fingerspitzengefühl die Totmannschaltung vorzujustieren und beim Start der Bodenhacke wirklich zwei Hände am „Steuer“ zu haben – enorm hilfreich, weil das Gerät schon Zug hat!

Lagerung der Bodenhacke

Nach dem Einsatz steht die Reinigung des Geräts an – natürlich nur, wenn die Elektro Bodenhacke vom Stromnetz getrennt ist. Dann ist die Reinigung aber schnell erledigt.
Für die platzsparende Lagerung kann das stabile Gestänge der Bodenhacke zusammenklappt werden.

Elektro Bodenhacke im Garten – Fazit

Ich habe meinen Garten innerhalb ein knappen Stunde für Saat und Pflanzung vorbereitet. Dafür hätte ich als Feierabend- und Wochenendgärtner mehrere Tage gebraucht.
Die  Elektro Bodenhacke von IKRA tut ihren Dienst zuverlässig und den Erwartungen entsprechend. Ich möchte sie nicht mehr als Garten-Helfer missen.

Links zu Bodenhacke und Bodenbearbeitung