Stielmus oder Rübstiel – im Garten anbauen und kochen

Nahaufnahme der Rübstiel-Pflanzen
Stielmus – das sind die leckeren, bleichen Stiele und junge Blätter einer Speiserübe

Letztes Jahr hatte ich zum ersten Mal Stielmus oder auch Rübstiel in unserem Garten angebaut. Dass das etwas gebraucht hat, bis ich darauf aufmerksam wurde, ist nicht verwunderlich: Wenn auch dieses Blattgemüse im Rheinland und in den Niederlanden schon eine sehr lange Tradition hat, so war es – wie auch der Grünkohl – im Süden der Republik lange Zeit eher weniger bekannt.

Nicht nur aus kulinarischer und gärtnerischer Neugierde habe ich das Frühlingsgemüse angebaut. Das Stielmus ist schnellwüchsig und braucht nur wenig Platz. Es passt deshalb ideal in das Konzept der Mischkulturen in meinem Garten.

Stielmus – idealer Partner in der Mischkultur

In meiner Form der Mischkultur wächst immer eine Reihe Nebenfrucht (zum Beispiel Schnittsalat) zwischen zwei Reihen von Hauptfrüchten (zum Beispiel Gurken oder Steckrübe). Die Nebenfrucht muss natürlich reif werden, bis das Hauptgemüse das Beet schließt und es zu eng wird. Andererseits muss es auch so rechtzeitig reifen, dass es das gesäte oder gepflanzte Hauptgemüse daneben nicht im Wachsen behindert.

Das hat gut geklappt.
Saat am 1. April: Ich habe ich auf dem Beet, auf dem später in die Gurken gepflanzt und die Steckrüben gesät werden, je eine Reihe Schnittsalat  und einen Reihe Stielmus als Vorfrucht gesät.
Am 6. Mai schon konnte ich das Rübstiel ernten. Das wurde auch Zeit, damit sich der Schnittsalat daneben und vor allem aber die Steckrübe entwickeln kann.

Wie baue ich Stielmus im Garten an?

Der Anbau des zarten Blattgemüses ist einfach und pflegeleicht – Säen, gießen, wachsen lassen – und nach rund einem Monat ab in den Kochtopf damit. Wenn man dabei die Stiele nicht zu tief abschneidet, treibt das Rübstiel auch noch einmal nach.

Stielmus ist ein typisches Frühlings- oder Herbstgemüse. Beim Anbau im Sommer würde das schnelle Blattgemüse zu schießen beginnen. Schon ab Mitte März kann man es in Reihen mit einem Abstand von 20 cm säen und bei warmen Wetter einen Monat später ernten. Der Herbstanbau gelingt mit Saaten im September und Oktober. Gesät wird relativ dicht, denn so treiben sich die Pflanzen in die Höhe und die Blätter des Stielmus werden lang und zarter.

An den Standort hat das Rübstiel keine großen Ansprüche. Das Rübstiel ist eine Kohlart, eine spezielle Sorte von Mairübchen, bei denen die Züchtung nicht die Bildung von Rüben sondern von zartem Blattwerk zum Ziel hatte. Für die Fruchtfolge ist wichtig: Stielmus ist kein Starkzehrer wie andere Kohlarten, sollte aber nicht nach anderen Kohlgewächsen angebaut werden.

Rübstiel braucht in der kurzen Wuchsphase wenig Pflege. Man sollte die Reihen natürlich unkrautfrei halten, nicht zuletzt, um die Verwechslungsgefahr beim Ernten zu minimieren ;) Wichtig ist, wie bei allen Kohlgewächsen, den Boden locker und feucht zu halten. Damit kann man den Befall durch die lästigen Erdflöhe vorbeugen bzw. minimieren. Erdflöhe lieben alle Kreuzblütler. Zu dieser Pflanzenfamilie gehört auch das Stielmus. Siehe dazu meinen Artikel: Erdflöhe bekämpfen – keine Löcher an Radieschen und Rucola

Wie koche ich Stielmus? Das Rezept!

Pfanne mit Rübstiel und Kochlöffel
Bild aus dem Kochvideo von Biokoch Michael Tokarski. Link siehe unten.

Das Rezept ist einfach. Es wird als Blattgemüse ähnlich wie Blattspinat zubereitet, zum Beispiel mit Sahne, aber natürlich auch vegan.

  • Zuerst Stielmus putzen und Stiele und Blätter in grobe Stücke schneiden
  • Dann eine Zwiebel in kleine Würfel schneiden und mit Butter goldgelb anschwitzen
  • Jetzt das gewaschene Blattgemüse zu den Zwiebeln geben
  • und etwas köcheln lassen, ggf. etwas Wasser zugeben
  • Wenn das Stielmus gut zusammenfallen ist, mit etwas Sahne nach Geschmack abbinden
  • Schließlich mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen

Wie das geht, zeigt der Biokoch Michael Tokarski in einem klasse Video.

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