Zum Inhalt springen

Weihnachts-Narzissen – schneeweiße Pracht, auch wenn es mal nicht schneit

Vielblütige, weiße Weihnachts-Narzissen

Weihnachts-Narzissen oder Tazetta-Narzissen erweitern die weihnachtliche bzw. winterliche Floristik. Während Weihnachtssterne oder Amaryllis ab November die Garten- und Supermärkte fluten, sind bei uns die Treib-Narzissen Tazetta eher selten in den Wohnzimmern anzutreffen.

Weihnachts-Narzissen und Hyazinthen

Detailbild von Zwiebel, Blättern und Blütenknospen der Weihnachts-Narzisse

Weihnachts-Narzissen, zwei Wochen nachdem sie gesetzt wurden

Vereinzelt finden sich noch Hyazinthen in den winterlichen Häusern, die von Liebhabern der Blumen-Treiberei auf den Fensterbänken mit Spezialgläsern unter spitzen Hütchen gezogen werden. Ganz ähnlich funktioniert auch die Anzucht der Treibnarzissen, die wegen ihrer frühen Blüte auch Weihnachts-Narzissen genannt werden. Wie bei den Hyazinthen dürfen beim Tazetten-Treiben die Zwiebeln nicht direkt im Wasser stehen, damit die Zwiebeln nicht faulen. Anders jedoch braucht es für deren Kultur am Fensterbrett keine eieruhrförmigen Gläser und Hutabdeckungen.

Weihnachts-Narzissen antreiben

Die Anzucht der Weihnachts-Narzissen im Zimmer ist einfach. Beim Einkauf jedoch darauf achten, präparierte Zwiebeln zu besorgen. Die brauchen keinen künstlichen Kältereiz um schnell wachsen und blühen zu können.

Weihnachts-Narzissen in Glasvasen am Fenster

Die kompakten Weihnachts-Narzissen kommen ins warme Wohnzimmer (Foto: Birgit Ster)

Die Narzissenzwiebeln können einfach auf eine Steinbettung gelegt werden, 1-2 Fingerbreit über dem Wasserspiegel. In einem Glas mit etwas Moos drapiert schaut das auch ohne Blüte schön aus und es ist ein Erlebnis, die Narzissen-Wurzeln beim Wachsen durch die Steine beobachten zu können. Im warmen Wohnzimmer erscheinen nach 3-4 Wochen auf hohen Stängeln die reinweißen Blütenstände mit bis zu elf Blüten pro Blütenstand. Die Einzelblüten haben einen Durchmesser von etwa 3 Zentimetern.

Bei Zimmerwärme treiben die Tazetta-Narzissen schnell mit langen, weichen Stielen. Deshalb brauchen sie etwas Stütze, um das Gewicht der Blüten halten zu können. Dazu einfach ein paar schöne Zweige zu den Zwiebeln ins Glas stecken. Die Winterblüher bleiben kompakter, wenn sie die ersten beiden Wochen in einem kühlen Zimmer angetrieben werden, bevor sie zum Blühen ins warme Wohnzimmer kommen.

Duft oder Geruch?

Weihnachts-Narzisse vor dem Fenster mit Blick auf Schnee

Weihnachts-Narzisse im Januar

Folgt man Artikelbeschreibung, verbreiten die schneeweißen Blüten einen zarten Duft. Das Gartenportal nachgeharkt.de verspricht sogar, sich mit der Weihnachts-Narzisse „einen betörenden Duft ins Heim holen.“Der Duft ist kräftig, und nicht jeder erträgt das gut“ wird dagegen Staudengärtner Gaissmayer im Münchner Merkur zitiert. Ich kann es etwas nachvollziehen, allerdings die drei, vier Blütenstängel verströmen keinen so intensiven Duft, dass es mich stören würde. Empfindliche Blumenfreunde sollten die Weihnachts-Narzissen vielleicht nicht gerade im Schlafzimmer ans Fenster stellen.

Narzissen in Legenden und Mythen

In Ost und West haben Narzissen haben ihren Niederschlag in Mythen, Legenden und Brauchtum gefunden.  In der griechischen Mythologie gibt es verschiedene Erzählungen über den schönen Jüngling Narziss – alle enden tragisch. Anders die Legende aus dem alten China. Da waren Narzissen und insbesondere die Weihnachts-Narzissen ein beliebtes Neujahrsorakel. Pünktlich zum Neujahrstag zum Blühen gebracht, würde die als „einhundertköpfige Wasserfee“ bezeichnete Pflanze Glück und Gesundheit im neuen Jahr sicherstellen.

Weihnachts-Narzisse – winterhart oder nicht?

Der korrekte botanische Name der Weihnachts-Narzissen ist Narcissus papyraceus, manchmal wird sie auch als Tazette, Narcissus tazetta deklariert. Häufigste Sorte im Handel ist die Sorte Paperwhite „Ziva“. Die Tazette stammt aus dem Mittelmeerraum von Griechenland bis Nordafrika. Deshalb wird sie bei uns als nicht winterhart und nicht geeignet für das Freiland bezeichnet.

Allerdings gibt es Erfahrungen von Gartenbloggern und Floristinnen, die Weihnachts-Narzissen durchaus im Garten weiterzüchten konnten. Auch die Beschreibungen im Handel sind sich nicht einig, ob nun winterhart oder nicht und schreiben auf dieselbe Sorte einmal „diese Narzisse ist nicht frosthart und kann nicht im Garten kultiviert werden“, ein andermal „mehrjährig und winterhart“ und sogar „verträgt Temperaturen bis -16° C„. Nach Gärtner Michael Camphausen möchte die Weihnachts-Narzisse Paperwhite Ziva „einen sonnigen bis halbschattigen Standort in durchlässigem Boden und bildet mit den Jahren schöne Horste.“

Vielleicht liegt es an den wärmer werdenden Wintern oder daran, dass die Züchter keine Versprechen machen wollen, die möglicherweise nicht gehalten werden können. Für den Handel ist es auf jeden Fall von Vorteil, wenn immer wieder neue Zwiebeln gekauft werden ;)

Links zur Weihnachts-Narzisse

Schlagwörter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du bist hier:
Gartenblog » Blumengarten » Weihnachts-Narzissen – schneeweiße Pracht, auch wenn es mal nicht schneit