Lauchminierfliege und Zwiebelfliege – schädliche Maden an Zwiebel und Porree

Makro des durch die Laven der Lauchminierfliege zerfressenen Porree

Die Kokons der Lauchminierfliege im aufgeplatzten und faulenden Lauch

Die Lauchminierfliege und die Zwiebelfliege können beträchtlichen Schaden im Gemüsegarten anrichten. Beide Fliegenarten befallen alle Zwiebelgewächse, auch Schnittlauch, besonders betroffen im Gemüsegarten jedoch sind Lauch, Knoblauch und Zwiebel.

Wie kann ich den Befall der  Lauchminierfliege erkennen und was ist der Unterschied zur Zwiebelfliege? Kann ich die Gemüsefliegen bekämpfen oder vorbeugend mein Zwiebelgemüse im Garten schützen?

Beschreibung der beiden Gemüsefliegen

Die Zwiebelfliege (Delia antiqua) gehört zoologisch zur Familie der Blumenfliegen – für den Schaden, den dieses Insekt im Garten anrichten kann, ein sehr schmeichelhafter Name! Der Familienname der Lauchminierfliege (Napomyza gymnostoma) ist da schon aussagekräftiger: Minierfliegen.  Dazu gehört mit der Rübenfliege (Pegomyia betae) auch eine weitere nervige Fliegenart, die es vor allem auf Mangold, Spinat und Rote Bete abgesehen hat (mehr dazu hier im Gartenblog: Rübenfliege).

Die Fliegen selbst wird man im Garten kaum zu sehen bekommen. Beide sind der Stubenfliege ähnlich und genauso unstet.  Lauchminierfliege und Zwiebelfliege haben jedoch, bedingt durch unterschiedliche Lebensweisen, eindeutig unterscheidbare Schadbilder.

Schadbilder von Lauchminierfliege und Zwiebelfliege

Wie alle Fliegen entwickeln sich auch die Gemüsefliegen vom Ei über das Larvenstadium (Maden) und die Verpuppung zur fertigen Fliege. Die Maden der Lauchminierfliege und Zwiebelfliege verpuppen sich in sogenannten „Tönnchen“.  Diese braunen, Weizenkorn förmigen Gebilde sind gut erkennbar und ein deutlicher Hinweis auf den Befall mit Gemüsefliegen (siehe Bild oben).
Nur wo die Maden fressen und die Tönnchen gebildet werden, ist unterschiedlich und entsprechend verschieden ist auch das Schadbild der beiden Gemüsefliegen.

Befall der Lauchminierfliege

Ab Anfang April schlüpfen die Lauchminierfliegen und beginnen mit der Eiablage am Lauch. Die jung geschlüpften Maden bohren sich in den Schaft ein und fressen sich in den Blättern nach unten (minieren).  Diese Fraßgänge von oben nach unten platzen häufig auf und der Lauch beginnt zu faulen. Auch schon starke Lauchschäfte machen schlapp und fallen um. Ein weiteres Anzeichen des Befalls der Lauch-Minierfliege ist ein verkrüppelter und verdrehter Wuchs des Lauchs. (siehe Bilder untern).

Nach rund drei Wochen verpuppen sich die Larven und es finden sich in bodennahen Pflanzenteilen die braunen Tönnchen.

Nach dem Flug der ersten Generation im April verharrt die Lauchminierfliege in einer Sommer-Ruhephase. Die zweite Generation schlüpft im Spätsommer ab August/September und befällt – wie bei mir geschehen – den Winterlauch. Je nach Wetter kann sich auch noch eine dritte Generation ausbilden und alle bisher verschonten Porree bzw. Lauchpflanzen befallen und ungenießbar machen.

Befall der Zwiebelfliege

Die im Boden als Puppe überwinterte Zwiebelfliege schlüpft ab Ende April, immer zur Zeit der Löwenzahnblüte, da sich die Fliegen von deren Nektar und Pollen ernähren.  Die Zwiebelfliege legt ihre Eier an die Sprossbasis junger Zwiebelpflanzen. Die daraus schlüpfenden Maden fressen am Grund der Zwiebelpflanze und höhlen diese von innen aus. Die Zwiebelpflanzen welken, faulen an der Stängelbasis und sterben ab. und lassen sich leicht aus der Erde ziehen. Mitunter findet man dort bei kräftigeren Pflanzen auch die hellen Maden der Zwiebelfliege.

Im Unterschied zur Lauchminierfliege verpuppt sich die Zwiebelfliege auch in der ersten Generation nicht in der Pflanze, sondern im Boden. Wenn die zweite oder gar dritte Generation schlüpft, sind die Zwiebel- und Lauchpflanzen schon kräftiger und robuster und werden nicht mehr so stark geschädigt. Auch das ein Unterschied zur Lauchminierfliege: Dort ist gerade am Winterlauch der Schaden mitunter am größten.

Bekämpfung und Schutz

So unterschiedlich alle drei Gemüsefliegen sind – Lauchminierfliege, Zwiebelfliege und Rübenfliege: Mit einer Chemie freien Maßnahme können bei richtiger Anwendung alle Zwiebelgewächse im Garten sicher geschützt werden: engmaschige Kulturschutznetze! Diese helfen gleichzeitig auch noch vor der Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella), einem weiteren Lauchschädling.

Im Internet gibt es für die naturnahe Bekämpfung der Lauchminierfliege zahlreiche Tipps wie die Anlage von Mischkulturen oder spezielle Kräuterbrühen. Nach meiner Erfahrung hilft das alles nicht wirklich. Selbst bei dem oft empfohlenen sehr frühen Anbau wurden meine Frühlingszwiebeln befallen, auch wenn der Schaden begrenzt und eine Ernte – mit Abstrichen – noch möglich war.

Weniger naturnah, aber auch im Ökolandbau zugelassen, sind Pflanzenschutzprodukte auf Neem-Basis zum Spritzen und einarbeiten in den Boden. Die Samen des Neembaums enthalten ein für Insekten giftiges Öl. Der Wirkstoff aus dem Neem-Öl wirkt gegen saugende und beißende Insekten.
Vorbeugend zur Stärkung der Pflanzen hilft es, Naturdünger auf Neem-Basis – sogenannter Neempresskuchen – in den Boden einzuarbeiten. Die Kulturpflanzen nehmen den Neem-Wirkstoff auf und werden von den Schädlingen eher gemieden.

Für die Bekämpfung der Zwiebelfliege gibt es auch Nematoden im Handel. Nematoden sind fadenförmige Mikro-Bodenlebewesen und die natürlichen Feinde der Zwiebelfliege.

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