Blick über den Gartenblog-Zaun – Interview mit „Kraut und Garten“

Screenshot Gartenblogger bei Twitter
Twitter-Account von „Kraut und Garten“ im Herbstaspekt

Im Frühjahr dieses Jahres tauchte auf meinem Online-Schirm ein neuer Gartenblog auf mit interessanten Beiträgen und einem frischen Blick auf … genau:  Kraut und Garten.
Hinter Blog und angeschlossenen Social Media-Accounts steht der Gartenblogger Josef Beermann. Ich durfte mich mit dem passionierten Hobbygärtner in einem Interview „über den Gartenblog-Zaun“ hinweg über das Bloggen und seine Gartenphilosphie unterhalten. Dabei hat mich zum einen die technische Kompetenz und zum anderen ganz besonders die Ruhe und bodenständige Gelassenheit beeindruckt, mit der er an Kraut und Garten herangeht. Das hat mich selbst gleich wunderbar entschleunigt!

Das Interview besteht aus zwei Teilen:

  1. Über das Bloggen als Gärtner
  2. Der Garten des Bloggers (erscheint nächste Woche)

Über das Bloggen als Gärtner

Portrait von Gartenblogger Josef Beermann 
Gartenblogger Josef Beermann

Stell Dich doch bitte den Lesern kurz vor.

Mein Name ist Josef Beermann, ich bin 41 Jahre alt und lebe in Leverkusen. Ich schreibe in meinem Blog Kraut und Garten über all die kleinen Geschichten, die ich in meinem Garten erlebe.

Seit wann gibt es deinen Blog und was war die Idee dahinter? Was „gibt“ dir das Bloggen?

Angefangen, in meinem Blog zu schreiben, habe ich dieses Jahr. Schon die Jahre zuvor habe ich für mich selbst fotografiert, verschiedene Projekte dokumentiert und Erinnerungen festgehalten. Irgendwann wollte ich so etwas wie ein Tagebuch führen. Die Überlegung in diese Richtung führte schnell zur Idee, einen Blog zu betreiben. Das gibt mir die Möglichkeit, meine Gartenwelt mit anderen zu teilen. Zudem finde ich das Medium Website/Blog einfach zeitgemäß.

Mein Ziel ist es, meinen persönlichen Blick im eigenen Garten zu zeigen, Momente vorzustellen, die vielleicht in unserer schnellen Zeit verloren gehen. Den Anspruch, ein Fachmann zu sein, habe ich nicht. Ich versuche das, was ich erlebe, baue, gestalte, anbaue, ernte oder nur verändere, so authentisch wie möglich zu beschreiben. Der Garten ist ein Stück Natur, auf das wir Menschen Einfluss nehmen können und dass wir für uns gestalten können. So können wir nicht nur etwas für Wildbienen tun, ein Thema das ja zurzeit in aller Munde ist, sondern einfach einen Platz schaffen, der uns guttut. Zeit im Garten ist für mich der beste Ausgleich für eine immer schneller werdende Welt. Das zu teilen und einen Einblick zu geben ist wohl mein erstes Ansinnen, wenn ich in meinem Blog schreibe. Vielleicht spürt der eine oder andere meine Begeisterung und lässt sich anstecken.

Ist dieser Blog dein erster Ausflug in die Blogosphäre oder hast du weitere Projekte laufen?

Kraut und Garten ist mein erster Blog; ganz schön spannend, wie ich finde. Ich hatte früher schon mal überlegt, einen Blog zu anderen Themen zu schreiben. Allerdings hatte kein Thema mein Interesse so dauerhaft geweckt, wie der Garten. Letztlich ist er immer Bestandteil meiner Tage. Da bietet es sich an, hier einzusteigen.

Wie hast du deinen Blog technisch aufgebaut?Welches CMS und Theme verwendest du? Was sind die wichtigsten Featureres?

Um den Blog zu betreiben, benutze ich das CMS Contao. Es hat alle Funktionen, die ich brauche. Es läuft stabil, performant und sicher. Zudem gibt es eine tolle Community, die bei Fragen gerne und schnell hilft. Besonders die Möglichkeit, Bildgrößen für die responsive Darstellung zu definieren, sodass die Bilder, für die verschiedenen Gräte optimiert werden, gefällt mir sehr gut. Dadurch lädt die Seite schnell, trotz der recht vielen Bilder, die ich in meinen Beiträgen einbinde. Immerhin erreicht meine Startseite beim google PageSpeed Test volle 100 Punkte für die Desktop und 96 Punkte für die mobile Darstellung. Das kann sich sehen lassen.

Funktionen wie die Kategorisierung von Beiträgen und die Filterfunktionen dafür, oder Funktionen wie ähnliche Beiträge oder meist gelesene Beiträge kann man einfach als Erweiterung installieren.

Welchen Webhoster nutzt du? Warum gerade diesen und welche Erfahrungen hast du gemacht?

Gehostet ist mein Blog bei Allinkl. Hier kann ich mich auf eine modere Architektur verlassen und habe einen guten Support. Die Server sind zudem performant und liefern die Seiten schneller aus als die Riesen auf dem Markt, wo man sich die Server ja doch mit sehr vielen anderen Seiten teilen muss.

Wieviel Zeit verbringst Du mit bloggen? Planst du deine Beiträge?

Um meinen Blog mit Leben zu füllen, versuche ich mindestens zwei Beiträge pro Monat zu schreiben. Das ist manchmal schon eine kleine Herausforderung. Was mir hilft Inhalte zu finden, ist zum einen die Tatsache, dass ich jeden Tag im Garten bin. Meine Kamera begleitet mich eigentlich immer. So habe ich eine ordentliche Sammlung von Bildern. Fällt mir etwas Besonderes auf, baue ich etwas Neues für den Garten, oder findet eine bemerkenswerte Veränderung statt, kann ich alles gleich dokumentieren. Die Begebenheiten die mir besonders gefallen beschreibe ich dann in einem Blogartikel. So ist das Bloggen eigentlich ein steter Prozess, der mich jeden Tag begleitet. Wenn es mal nicht für einen ganzen Beitrag reicht, verfasse ich im Social Media Umfeld Tweets und Posts. So findet auch ein Austausch statt und hält das Thema lebendig.

Wie hat sich dein Blog im Laufe der Zeit entwickelt? Was waren deine bisherigen Highlights und gab es auch Rückschläge?

Hier und da fällt immer auch Optimierungsarbeit im Blog an. Da ich kein fertiges Theme verwendet habe, sondern das nötige CSS selber schreibe, ist hier immer was zu tun. Viele Sachen sieht man gar nicht, wie z. B. das Optimieren für die Performance. Nach den ersten Beiträgen habe ich viel positives Feedback bekommen. Das hat mich ungemein motiviert. Schwierig fand ich es ab und an, wenn mein Blog belächelt wurde, davon darf man sich aber nicht irritieren lassen. Man kann es nicht jedem recht machen und das ist auch nicht mein Anspruch. Ich mag es die eigene Begeisterung in Worte und Bilder zu fassen, das reicht mir und gefällt auch dem ein oder anderen.

Betreibst du ein Monitoring deines Blogs? Wenn ja: Mit welchem Tool?

Wie viele Menschen meinen Blog lesen kann ich nicht genau sagen, ein ernsthaftes Monitoring betreibe ich noch nicht. Ich verteile meine Blogbeiträge in den sozialen Medien. Das erfolgt automatisch über das Tool Zapier. Contao bietet mir die Möglichkeit, entsprechende Metadaten zu pflegen, die dafür sorgen, dass die Beiträge die richtigen Infos bekommen, um in den sozialen Plattformen ordentlich angezeigt zu werden.

Wieviele Leser und Seitenaufrufe hat dein Blog zurzeit, welche Tendenzen sieht du?

Kann ich noch nicht einschätzen, wächst ja auch alles gerade erst. Da ich nicht tracke, fehlen mir da die Zahlen.

Früher waren Kommentare für einen Blog zentral, aber heute? Ist dein Blog in den Social Media vernetzt und warum?

Anfangs hatte ich eine Kommentar Funktionen unter jedem Beitrag zur Verfügung gestellt. Das wurde aber nicht genutzt. Deshalb habe ich das erst mal deaktiviert. Ich denke auch, dass die Inhalte keine rege Diskussion hervorrufen. Ich lasse Themen wie Politik oder Umweltschutz aus meinen Beiträgen raus, da sollen sich die Fachleute auslassen. Zudem finden Diskussionen heute doch eher auf den Plattformen wie Twitter oder Facebook statt.

Bilder und Beiträge poste ich auf Twitter, Instagram, Facebook. Auf Pinterest landen die Bilder meiner Beiträge. Das geht heute alles automatisiert. Auf Twitter bin ich aktiver. Diese Plattform gefällt mir am besten.

Wie gehst du mit der DSGVO um – ist es ein schwieriges Thema für dich?

Die DSGVO hat die Internetwelt wohl in den letzten Jahren am meisten verändert. Ich habe in noch nie so viele Fenster weggeklickt wie seit Einführung der DSGVO. Da ich kein Monitoring betreibe und auch für die Teilen Funktion eine Zwei Klick Lösung eingebunden habe, gibt es auch nicht viele Daten die ich erhebe. Für all das und auch für das Kontaktformular, gibt es viele Vorlagen die man nutzen kann. Die neusten Urteile zu Cookies zeigen aber, dass dieses Thema noch nicht vorbei ist. Es wird sicher immer wieder Optimierungsbedarf geben.

Betreibst du Suchmaschinenoptimierung und wenn ja: welche Tools nutzt du?

Das wichtigste um für Suchmaschinen zu optimieren ist für mich der Inhalt. Eine saubere, semantische Struktur und die Verwendung von Schlüsselwörtern, die das Thema beschreiben sind eine gute Grundvoraussetzung. Zudem habe ich meine Kategorien mit entsprechenden Filterseiten, die den Kategorie-Begriff in den URL mit aufnehmen. Das sollte erst mal reichen, um gefunden zu werden. Da das Thema Garten aber gut bedient wird und es viele Seiten gibt, wird eine prominente Platzierung sicher noch auf sich warten lassen.

Welchen Rat würdest du Blog-Anfängern mit auf den Weg geben?

Mir haben am Anfang ein paar Fragen geholfen, die ich mir selber gestellt habe. Habe ich ein Thema das mich auch auf lange Sicht begeistert? Kann ich mir genug Zeit nehmen, mich zu kümmern und Beiträge zu schreiben? Habe ich den Mut, meine Gedanken und auch Gefühle ins Netz zu stellen?

Wenn man diese Fragen alle zuversichtlich beantworten kann, steht einem Start als Blogger nichts im Wege. Auch technisch gibt es heute eine sehr geringe Einstiegshürde. Es gibt fertige Systeme in denen man direkt schreiben beginnen kann, ohne auch nur zu wissen, was eine Datenbank ist.

Und wenn es mal eine unangenehme Kritik oder Sicht gibt, darf man sich nicht entmutigen lassen. Letztlich schreibt man ja auch für sich.

Was sind deine Pläne für die Zukunft? Wo siehst du dich künftig als Blogger?

Ich möchte weiter aus meiner Gartenwelt erzählen. Ich glaube daran, dass der Blick über den Gartenzaun andere motivieren kann, die eigene Lust auf Natur und Garten zu wecken. Wenn ein Beitrag dafür sorgt, dass sich jemand einen bepflanzten Kübel auf den Balkon stellt, ist das doch schon viel Wert.

Das Schreiben macht mir Spaß, das Fotografieren auch. Wichtig ist mir, dabei auf dem Boden zu bleiben. Es geht mir nicht darum, zum Fachmann zu werden, sondern eine einfache Sicht auf eine eigentlich ganz einfache Sache zu geben: Zeit im Garten zu verbringen und auszuprobieren. Wer die besten Tipps für die besten Tomaten will, wird bei mir wohl nicht fündig. Wer sehen will das man Tomaten einfach anbauen und ernten kann und dabei Spaß und Freude erlebt, der wird sich in meinem Blog wiederfinden.

(Ende Teil Eins des Interviews)

Lieber Josef, vielen Dank für die sehr informative Führung durch deinen Blog-Garten. Wir sehen uns demnächst wieder in deinem echten Garten!

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