Das Unkraut-Buch – erkennen, nutzen, entfernen – eine Buchvorstellung

Das Unkraut-Buch - Buchcover
Das Unkraut-Buch: Erkennen · Nutzen · Entfernen – 96 Seiten, Verlag: BLV – Auflage: 2 (9. Februar 2018)

Ich habe eine Definition für gewisse Pflanzen, die versucht, das Wort „Unkraut“ zu vermeiden: Es sind Pflanzen zur falschen Zeit am falschen Ort – gepaart mit einer maximalen Ausbreitungstendenz.

Das Unkrautbuch ist da einerseits pragmatischer und nennt das Ding beim Namen, aber andererseits auch viel poetischer, weit blickender, wenn es von ihnen als grenzenlose Weltbürger-Vagabunden oder als System infrage stellende Anarchos spricht.

Ja, da ist schon etwas dran! Und sie sollen einem auch gehörig Respekt abnötigen in ihrer Stärke und Unverwüstlichkeit. Aber das ist auch genau das, was einem als Gärtnerin wenig Freude bereitet.
Kaum startet nach einem warmen Mairegen das Wachstum im Beet, kommt vor aller Saat und zwischen Gepflanztem so allerlei Überraschendes, von dem zwei Fragen Aufklärung fordern:
a) wtf ist das? und
b) muss das weg oder ist das Kunst?

Ich habe in meinem Garten eine ganze Reihe sehr „wuchsfreudiger“ Pflanzen, und meist sind es nicht die eigentlich erwünschten. Mein ganz besonderer Freund ist da der kleine, gelbblütige Sauerklee. Er ist auf dieser Seite in seiner ganzen Pracht zu bewundern: Oxalis corniculata (Horn-Sauerklee).  Mit seinen Wurzeln krallt er sich fest in die Erde, treibt Wurzelausläufer, seinen Samen verstreut er aktiv in seiner Umgebung und lässt sie auch von den Ameisen verbreiten. Ein richtiger Tausendsassa :/ Auch zu ihm gibt es im Unkrautbuch die Rubrik „Liebenswert weil“… Da muss ich noch in mich gehen ;)

Das Unkraut-Buch – zum Inhalt

Zur Frage a) gibt das Unkrautbuch mit einer Kurzbeschreibung und großformatigen Fotos zu jedem Unkraut eine gute Bestimmungshilfe um zu erkennen: Ist es Löwenzahn, Ehrenpreis, Knöterich, Winde, oder oder…

Und zur Frage b) präsentiert das Unkrautbuch für jedes dieser so gescholtenen Gewächse eine Reihe von differenzierten Antworten. Von Ignorieren über Nutzen bis zu Loswerden. Wobei das „Nutzen“ wirklich Horizont erweiternd sein kann :)

Wirklich bereichernd sind vor den einzelnen Pflanzen-Portraits die wichtigen Hintergrundinformationen  zum Thema, wie:

  • Zeigerpflanzen
  • Warum Unkraut besser wächst als Gartenpflanzen
  • Verdrängen statt bekämpfen
  • Zwischen Blumen und Gemüse: Unkraut im Beet

Nun ist das Unkrautbuch mit seinen 96 Seiten natürlich kein allumfassendes Standardwerk, aber es hilft der Gärtnerin – und vor allem der Anfängerin – bei ihrer ersten Einschätzung der in ihren Beeten wachsenden Beikräutern.
Unkrautbuch – find ich gut!

Aus der Verlagsbeschreibung:
„Was sind sie eigentlich? Vagabunden, die keine Grenzen kennen? Wildpflanzen mit wertvollen Inhaltsstoffen? Gärtners fleißigste Helfer? Unkräuter können beides sein: lästig und nützlich. Viele Anregungen und Profitipps, wie Sie mit den ungebetenen Gästen in Ihrem Garten am besten umgehen, erhalten Sie in diesem Buch.“

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