Wintersalat – Zuckerhut, Feldsalat und Winterportulak

Auch im Winter kann uns der Garten mit frischem Gemüse und Wintersalat versorgen. Rechtzeitig geplant, vorbereitet und gesät kann die Ernte bis in den März hinein gehen, nahtlos abgelöst vom ersten Salat aus dem Frühbeet.

Mitte September 

Saatreihen für Wintersalat auf frisch angelegten Beeten
Da standen vorher Lauch, Mais und Stangenbohnen

Vorbereitung der Beete

Noch das schöne Wetter nutzend, habe ich die Beete mit dem abgeernteten Mais und den Stangenbohnen geräumt um Platz zu machen für den Wintersalat.

Auch die letzten verbliebenen Stangen Lauch, die mir die Lauchminierfliege übrig gelassen hat, kamen in die Küche und das Beet wurde umgegraben.

Da meine lehmige Erde nach der Bodenbearbeitung nass und brockig war und so nur schwer zu planieren, habe ich die Erde aus den ebenfalls abgeernteten Sack-Kartoffeln als Saaterde aufgebracht. Etwas Hornspäne und Patentkali als Langzeitdünger sollen die verbrauchte Energie des Bodens im Laufe des Winters wieder zurückbringen.

Nahaufnahme von Keimlingen vom Wintersalat Postelein
Das Winterpostelein sprießt – dieser Wintersalat keimt erst unter 12 C

Wintersalat säen

Gesät habe ich durchgehend in Reihen mit 15 cm Abstand. Im vordersten Beet 4 habe ich heuer zum ersten mal Winterportulak gesät, auch Tellerkraut oder Winterpostelein genannt. Dieser Wintersalat keimt erst unter 12 °C -bin gespannt, ob das was wird!

Im mittleren Beet 3 sind Feld sind die Reihen abwechselnd mit Feldsalat (Sorte Vit) und Weiße Frühlingszwiebel bestückt.
Auf Beet 2 im Hintergrund wurde ausschließlich Feldsalat gesät. Davon habe ich dummerweise 2 Saattütchen (Maxipackung) gekauft – die würden wahrscheinlich bis ins nächste Jahrzehnt reichen, wenn der Samen so lange keimfähig bleiben würde. Ein normales Tütchen hätte wahrscheinlich für alle 3 Beete gereicht.

Das Saatgut habe ich mit Sand gemischt – weißer Quarzsand, den ich einmal (ohne Erfolg) als Abwehr gegen Schnecken besorgt habe.
Dadurch kann man die Saat etwas besser kontrollieren und feiner streuen, auch wenn sich das Saatgut/Sand-Gemisch durch die unterschiedichen Korngrößen leicht entmischt.
Die Verwendung des weißen Sandes hat den Vorteil, dass man  leicht sieht, welche Reihen man schon gesät hat und ob irgendwo Lücken geblieben sind.

Wintersalat im Januar 

Feldsalat im Schnee
Feldsalat ist absolut winterhart und  der klassische Wintersalat. Unter einem Vlies ist er auch unterm Schnee einfach zu ernten

Es ist Ende Januar, fast schon Februar, und wir leben „salattechnisch“ immer noch von den Grünsalaten des Gartens.

Feldsalat

Im Herbst 2012 habe ich 2 mal Feldsalat gesät: Mitte September für das Frühjahr 2013 und Mitte August für die Winterernte.
Die Augustsaat liefert uns bis heute jeden Tag eine kleine Schüssel voll frischem Feldsalat. Dafür ist es wichtig, das Beet mit Vlies abzudecken. Dadurch ist es zum einen einfacher, den Schnee vom Beet zu wischen und einfach an die Salatröschen zu kommen, andererseits verhindert es lange Zeit, dass der Frost in Salat und Boden dringt. Gefrorenen Feldsalat sollte nicht geerntet werden, besser warten, bis die Temperaturen wieder gestiegen sind.

Die Septembersaat ist etwas lückig aber noch befriedigend aufgelaufen. Es haben sich bis zum Winter schon kleine Röschen gebildet, je nach Witterung denke ich, dass wir ab Ende März, Anfang April nach Abschluß der Winterernte wieder frischen Feldsalat haben.

Zuckerhut und Endivien

Bis in den Dezember hinein hat der Herbst-Endivien  und Radiccio unsere Salatplatte ergänzt.  Unter Folie hat er gerade noch den ersten Frost überstanden, war aber durch kleine Schnecken stark angefressen.

Weitaus stabiler ist da der Zuckerhut. Am 25. Juli gepflanzt liefert er uns seit Dezember knackig frischen Salat.  Auch wenn die frühen Fröste die äußeren Blätter etwas beschädigt haben, so bleibt doch immer noch ein großer Kern mit bleichem, nur leicht bitteren Salat.
Anfang Januar habe ich einen Teil der Köpfe mit großen Erdballen ins Haus geholt (die trocknen äußerlich etwas ein, macht aber nix, schlimmer sind faule Stellen), einen Teil habe ich draußen stehen lassen unter 2 Lagen Vlies und einer Folie. Mal schauen, was sich eher bewährt.

Winterpostelein oder auch Winterportulak

Winterpostelein – auch Winterportulak oder Tellerkraut genannt – ist eine gute Ergänzung der Salatpalette für frischen Salat im Winter. Die Kultur ist einfach und geht schnell, die Saat im September ist schon den Winter über erntereif.  Dabei die ersten Blätter über dem Wachstumsknoten abschneiden, dann treibt er mit den ersten Frühlings-Sonnenstrahlen wieder nach.

Mitte Februar

Feldsalat Mitte März unter Vlies
Feldsalat Mitte März unter Vlies

Noch immer ist unsere Salatversorgung mit Zuckerhut und Feldsalat gesichert. Der Feldsalat ist unter dem Vlies wunderbar herangewachsen, vor argen Frösten geschützt und jetzt auch unter dem Schnee leicht zu ernten.

Beim Zuckerhut teste ich für die Lagerung zwei Varianten:

  1. Zuckerhut ausgraben und im Keller mit Erdballen luftig lagern.
    Die äußeren Blätter trocknen zwar ein, innen bleibt aber ein knackiger gebleichter Kern übrig. Von Zeit zu Zeit holt man sich einen Kopf herauf, putzt ihn und hebt ihn im Kühlschrank auf. Davon holen wir uns täglich.
  2. Den Zuckerhut draußen stehen lassen und ordentlich abdecken. Den Erfolg kann ich noch nicht absehen…