Maipilz – die Pilz-Überraschung im Garten mit Rezept

Mairitterling-Maipilz
Der Maipilz (Calocybe gambosa) im Garten – ein willkommener Gast

Versteckt unter einer Ansammlung von Stecken und Brettern beim Apfelbaum zeigten sich vor einer Woche kleine weiße Knöpfe. Diese haben sich schnell zu veritablen Pilzen mit Stiel und hellem Hut entwickelt – nur zu welchen? Eine erste Recherche im Netz zeigte: es könnte ein Maipilz sein.

Bei Pilzen traue ich Google nicht und habe deshalb den Pilz gepackt und meinen Kollegen gefragt, einen hervorragenden Pilzkenner. Ein kurzer Blick hat ihm genügt und der Pilz war bestimmt: „Maipilz auch Mairitterling genannt, Calocybe gambosa, aber der ist ja eigentlich gar kein Ritterling sondern gehört zur Gattung der Schönpilze …“.  Eine kurze Atempause konnte ich nutzen um die für mich entscheidende Frage anzusprechen: Ist der essbar?

Maipilz-Rezept

Ja, und der Maipilz bzw. Mairitterling ein sogar ein guter Speisepilz.  Hätte ich nicht geglaubt, weil vom muffigen Geruch her ist er etwas gewöhnungsbedürftig. Dieser geht aber beim Zubereiten ziemlich verloren.
Pilzrezept: Den Maipilz in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Diese in Butter goldgelb braten und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Frischen Gartensalat mit Vinaigrette anrichten und die noch warmen Pilze darauf drapieren. Zuletzt mit gehackter Petersilie bestreuen – fertig. Der Pilz schmeckt kräftig herzhaft und ist eine Bereicherung des Speisezettels.

Bestimmung des Maipilz

Mairitterling - Maipilz - Calocybe gambosa
Typisches Aussehen des Mairitterlings – jetzt kommt er in die Küche

Der Mairitterling wächst in Laubwäldern und an Waldrändern. Ebenso kommt er auf Waldwiesen, Parks und auf Streuobstwiesen vor – und zum Beispiel auch bei meinem Apfelbaum im Garten. Der Pilz wächst schon früh im Jahr von Ende April bis Anfang Juni.

Der Maipilz sieht einem Champignon nicht unähnlich. Die Lamellen auf der Unterseite des Pilzhutes sind jedoch weißlich bis cremefarben, nicht wie für Champignons typisch rosa bis braun. Der Pilzhut ist dickfleischig und der ganze Pilz verstömt einen etwas muffigen, mehlartigen Geruch.
Achtet man auf diese Merkmale kann man den Mairitterling gut und schnell bestimmen.
Zu beachten ist jedoch, dass eine gewisse Verwechslungsgefahr besteht mit dem zeitgleich wachsenden stark giftigen Ziegelroten Risspilz (Inocybe erubescens). Markant ist aber dessen rötendes Fleisch und der faserige Hut.  Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist der stark mehlige Geruch des Mairitterlings. Um jede Verwechslungsgefahr auszuschließen, kann man sich den Ziegelroten Risspilz genauer ansehen. Dazu Infomationen unter passion-pilze-sammeln.com – siehe Links am Ende der Seite.

Was noch?

Der Maipilz ist aber nicht nur ein schmackhafter Speisepilz, seine Wirkstoffe haben seine blutzuckersenkende Wirkung

Wichtig war mir noch zu klären, ob der Maipilz eventuell an meinem Apfelbaum (zugegeben, ein sehr altes Exemplar) nagt. Der Pilzexperte hat dies klar verneint, der Mairitterling hat mit dem Apfelbaum nichts zu tun, lebt auch nicht über eine Mykorrhiza symbiotisch mit ihm. Mairitterlinge sind Saprobionten, keine Parasiten.  Saprobionten leben von bereits toter, sich zersetzender organischer Substanz – wie zum Beispiel auch der Regenwurm. Möglicherweise hat der Maipilz also doch  etwas mit meinem Apfelbaum zu tun und lebt vielleicht von dessen absterbenden Wurzeln … :-/

Mairitterlinge wachsen gerne in Hexenringen oder oft meterlangen Reihen. Und das jedes Jahr an gleicher Stelle auf´s Neue. Nun, er darf in meinem Garten gerne jedes Jahr wiederkommen :-)

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