Nacktschnecke an gelber Paprika

Die Nacktschnecke bohrt sich in die Paprika
Die Nacktschnecke bohrt sich in die Paprika

Die gelben Spitz-Paprika schmecken sehr lecker – leider auch den Schnecken und da kann einem der Appetit vergehen!
Die bohren sich in die Paprika – auch in die grünen, die mal rot werden sollen – und dann fangen die Paprika  zum Faulen an.

Auch an den Stängeln nagen die schleimigen Plagegeister, so dass die Paprika unreif abfallen oder am Strauch vertrocknen.

Bierfalle

Paprika - angefressen von Nacktschnecken und dann angefault
Gelber Paprika - erst von Nacktschnecken angefressen und dann fault er ...

Ich habe jetzt eine Bierfalle hineingestellt – das nimmt schon deutlich den  Fraßdruck von den Früchten!

Das Leeren derselben ist aber auch keine wahre Freude, aber die Maßnahme ist doch besser als Schneckenkorn!

Interview: Zwischen Gartenblog und Gemüsegarten

Der Gemüsegarten

Der Gemüsegarten – mühsam dem Lehm abgetrotzt

Gartenblogger Hanns stellte sich am 29.07.2011 den Fragen des Ulmerverlags zu Gartenlust und Gartenfrust im Gemüsegarten.

Update 2018:
Ein weiteres Garten-Interview von den Blogspionen

Ulmerverlag: Stellen Sie bitte sich und Ihren Garten (Größe, Lage) kurz vor:

Gartenblogger Hanns:Mein neuer Garten und ich leben in der Nähe von München. Es ist mein dritter Garten in meinem Leben. Erlebt und erlernt habe ich Garten durch meinen Vater und noch heute ist vieles von dem geprägt, was er mir gezeigt hat – auch wenn ich nicht immer ein williger Schüler war. Meinen ersten eigenen Garten gestaltete ich in der Zeit im Oberpfälzer Forsthaus. Ich hatte den Garten gut bestellt von meinem Vorgänger übernommen und ihn dann natürlich trotzdem neu- und umgestaltet.

Wie lange pflegen Sie Ihren Garten schon? Wie haben Sie ihn übernommen?

Vor neun Jahren lernten mein dritter Garten und ich uns in Südbayern kennen und es war nicht Liebe auf dem ersten Blick. In das Haus und den Umgriff hatten meine Frau und ich uns sofort verguckt: Kleines, schnuckeliges Häusl und ein großer Garten mit alten Obstbäumen – optimal für uns zwei und unsere Kinder.

Aber nicht für den Gärtner! Denn es gab im Gartenbereich fast nur Bäume und darunter etwas Wiese. Keine Blumenrabatten, keine Gemüsebeete und als ich zum Graben anfing, stieß ich sofort auf den schweren tonigen Lehm des Tertiären Hügellandes, das hier in Freising in die Münchner Schotterebene übergeht. Eine Lage die, als Ausgleich fast, von Zeit zu Zeit einen fantastischen Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Alpen gewährt.

Wie haben Sie ihn gestaltet? Wo holen Sie sich Anregungen her?

Der Hauptteil des Gartens mit seinen rund 25 m auf 15 m liegt hinter dem Haus und ist zum großen Teil mit alten, hohen Obstbäumen bestockt: Gelbe Kirsche, blaue und gelbe Pflaume, Boskop, Gravensteiner und Frühapfel, Hauszwetschge.

Am Ende der „Streuobstwiese“ ist etwas freier Raum mit Licht. Dort am Grundstücksende – habe ich in den letzten Jahren auf 6 m Tiefe dem Gelände den Gemüsegarten abgerungen.
Vor dem Haus gibt es so etwas wie einen Vorgarten. Auch der war ehemals nur ein Stück Wiese hinter einer hohen Pfeiffenstrauch-Hecke. Jetzt wuchert und blüht es und seit heuer haben wir dort auch unser Kräuter- und Frühbeet.

Was ist besonders an Ihrem Garten?

Die beiden Gartenbereiche jeweils am vorderen und hinteren Grundstücksende sind schmale, bearbeitete Streifen über die Grundstücksbreite hinweg. Große Gestaltungsmöglichkeiten in der Form gibt es da nicht. Aber es kommt ja auf´s Layout nicht an, content ist king!

Und da soll der Gemüsegarten punkten mit frischem Gemüse aller Art und Salat zu fast jeder Jahreszeit. Aber auch mit Blumen, nicht nur am Zaun zu den Nachbarn hin sondern auch und gern zwischen drin. Das sind dann meist Selbstaussaaten von Ringelblume, Mohn, Cosmeen oder Kapuzinerkresse.

Seit heuer wird der Gemüsegarten ergänzt durch ein „Mobiles Beet“. Das sind Pflanzbehältnisse in recycelten Säcken, angelehnt an die Idee aus dem Prinzessinnengarten in Berlin. Der Vorteil dabei ist, dass die anspruchsvolleren Gemüse wie Tomaten, Auberginen oder Chilies in lockerer, humusreicher Erde wachsen können. Sie müssen sich so nicht im immer noch sehr lehmigen, festen Boden der Gemüsebeete abmühen!

Wo informieren Sie sich über Gartenthemen oder tauschen sich mit anderen Gartenenthusiasten aus?

Heuer ist aber auch das Jahr der Gartenbücher, wobei für mich und den Garten drei besonders wichtig sind und viele Anregungen für die Zukunft gegeben haben: die Querbeet-Reihe, „Die neue Stadtgartenlust“ von Celia Brooks Brown und „Unser Garten ist Gold wert“ von Rodolphe Grosléziat.

Aber bei allen Vorbildern wie dem Bauerngarten und wertvollen Tipps aus den Büchern: Das Besondere meines Gartens ist ein Prinzip, das ich von meinem Vater übernommen habe und versuche weiter zu entwickeln:
Im Kreislauf mit der Natur die räumliche und zeitliche Ordnung so zu optimieren, dass in diesem vierdimensionalen, aber bemessenen Gebilde ein Maximum an Nutzen und Schönheit entsteht: Der Mohn über dem Salat, der Spinat zwischen den Lauchreihen, Kleinsalate wie Rukola oder Asiasalat als Lückenfüller zwischen Brokkoli und Blumenkohl, zwischen denen die Ringelblume hervorlugt.

Wie sieht ein typischer Gartenalltag bei Ihnen aus?

Das braucht laissez faire und Gelassenheit genauso wie feine Steuerung, und so geht es jeden Morgen vor dem Job und als erstes am Feierabend in den Garten um vor allem zu erst einmal Hinschauen, Anschauen und Zuschauen. Das ist das Wichtigste! Und erst wenn ich lange genug beobachtet habe, was sich auf den Beeten tut, gibt es wieder eine Zeit des Gestaltens und Lenkens. Und natürlich der Ernte.

Was „gibt“ Ihnen der Garten?

Aber ist die Ernte das, was mir der Garten gibt? Auch, aber nicht auschliesslich.
Die schönste Zeit im Garten ist für mich der Juni! Da ist für´s erste einmal alles getan, gesät und gepflanzt und ich kann eigentlich allem nur beim Wachsen zusehen – vorausgesetzt die Schnecken lassen es zu!
Vielleicht ist es das, was mir der Gemüse-Garten gibt: Zufriedenheit über geleistete Arbeit und die Vorfreude auf die kommenden Genüsse für Auge und Zunge.

Welche Tipps würden Sie Gartenanfängern geben?

In diesem Sinne wäre auch mein wichtigster Rat, wenn mich heute einer am Anfang seiner Gärtnerkarriere fragen würde:
Frage deinen Garten, die Pflanzen und Tiere die darin leben, den Boden der Beete. Höre gut zu, schau genau hin und lerne daraus!

Herr Seidl, der Ulmerverlag sagt herzlichen Dank für das Interview.

Die Große Wollbiene – ein sehr interessanter Gartenbewohner

Große Wollbiene auf Blauem Leinkraut
Große Wollbiene auf Blauem Leinkraut

Trotz der Zeichnung sieht man eigentlich gleich, dass es keine Wespe ist – aber was ist es dann?
Gedrungen wie eine Biene, höselt Pollen wie eine Biene … dann ist es wohl eine Biene. Sehr eigenartig aber ist, dass zwischen den beiden Blauen Leinkräutern ein ähnlicher, aber dreimal so großer Brummer hin- und herfliegt und Hummeln und sonstige Blütenbesucher attakiert.

Nach längerer Recherche habe ich endlich das Insekt bestimmen können, dessen Aussehen und vor allem Verhalten mich begeistert. Was ich an unserem Blauen Leinkraut (danke an @waldfussel) beobachten konnte ist die Große Wollbiene.

Sie ist ein häufiger Gartenbewohner, aber mit einem für Bienen exklusiven Verhaltensrepertoire (frei nach Wikipedia_Große-Wollbiene):
Die sonst bei den Bienen als nutzlose Fresser aus dem Bau gejagten Drohnen besetzen bei der Großen Wollbiene Reviere rund um die  bevorzugten Blütenpflanzen, an denen mehrere Arbeiterinnen Pollen, Nektar und Nistmaterial sammeln.

Das Männchen der großen Wollbiene
Das Männchen der großen Wollbiene

Vor diesen Pflanzen patrouilliert das Männchen im Schwebeflug ähnlich einer Schwebfliege und vertreibt Nahrungskonkurrenten, wie zum Beispiel Hummeln, Honigbienen oder andere Männchen. Dazu fliegt es auf seinen Gegner zu und krümmt kurz vor dem Zusammenprall seinen Hinterleib nach vorn, so dass die Dornen am Hinterleibsende nach vorn gerichtet sind.

Ich habe die Große Wollbiene in ihrem Revier – zwei großen blaue Leinkräuter – lange und mit Freude und Interesse  zugesehen und bin begeistert!
Das Männchen konnte ich leider nicht fotografieren, das war in Hektik (Herde bewachen), ich mach´ mich nochmal auf die Pirsch …

Update: heute, 15.08.2011 hab´ ich es erwischt ;-)

Wer diese schöne und interessante Solitär-Bienenart in seinem Garten beobachten möchte, muss nur ein paar der Futterpflanzen bereithalten. Besonders scheint jede Art von Ziest geeignet, bei mir tut´s das Blaue Leinkraut (sehr unkompliziert, wer Samen braucht bitte melden.

Es kreucht und fleucht – Marienkäferlarven, Blattläuse und Schaumzikade

Marienkäferlarve
Marienkäferlarve auf der Jagd nach Blattläusen

Haben wir heuer endlich die Blattläuse am noch jungen Schneeball in den Griff bekommen, so plagen sie uns doch wieder an neuen Stellen: An den Rosen, im Eissalat und an der neuen Margerite!

Aber die Kavallerie ist schon da: Die Marienkäferlarven sind heuer 2 Wochen früher da als letzte Jahr – klasse, ran an die Arbeit!
Zur Unterstützung bekommt die Margerite noch ein paar  Mal Brennesselbrühe auf die befallenen Stellen, mal schauen, ob das hilft.

Die Brennnesselbrühe habe ich gestern angesetzt und beim Ernten gleich auch was gegen ein künftige Rheuma getan  ;-)
Zum Einsatz der Brennesselbrühe und der Brennesseljauche gibt´s im Netz zig Seiten, einen guten Überblick hat Das wilde Gartenblog zusammengestellt. Auch unter www.gartenpflege-tipps.de gibt es gute Infos zur Brennesseljauche.

Schon einige Male habe ich bei unseren Kopfsalaten Schaumzikaden-Larven gefunden. Wenn´s unbedingt meinen, aber ich hätt´auch Unmengen von Girsch im Angebot zum dran Saugen …

Tierleben in unserem Garten – da gehört auch unser 4-beiniger Haus- und Gartenbewohner dazu: Katze Leila. Der Trittstein neben dem Frühbeet ist einer ihrer Lieblingsplätze!

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Biotop Regentonne: Stechmücken- und Rattenschwanzlarven

Rattenschwanzlarve mit Stechmückenlarven
Rattenschwanzlarve mit Stechmückenlarven

Heute sind sie dran, die Stechmückenlarven in meinen Wassertonnen (rechts neben dem Blitzlichspiegelbild). Kein EHEC wird sie befallen, aber was Ähnliches: Auch der Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) schädigt den Verdauungstrakt – mit tödlichem Ausgang für die armen Stechmücken …

Dabei habe ich etwas Neues entdeckt und online auch sehr schnell bestimmen können: Rattenschwanzlarven! (das Monster unter dem Blitzlichspiegelbild)

Rattenschwanzlarven sind die Larven der einheimische Mistbiene oder Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege (Eristalinae), einer Schwebfliegenart.

Unternehmen gegen die zugegeben nicht sehr appetitlichen Larven muss man im Gartenbereich nichts, siehe Neudorff. Schließlich werden nur ein paar hübsche Schwebefliegen draus – siehe wikipedia.org/wiki/Mistbiene

Wollschweber – flink und pelzig

Grosser Wollschweber Bombylius major
Großer Wollschweber – Foto Richard Bartz auf Wikipedia

Jetzt weiß ich endlich, wie dieser hübsche Brummer heißt: Großer Wollschweber. Eine treffende Bezeichnung für diese Hummel ähnliche Fliegenart.

Die Wollschweber lieben unser Lungenkraut und strecken ihre langen Rüssel tief in die Blütenkelche und stützen sich nur mit den Vorderbeinen an der Blüte ab.

Interessant: Nur die erwachsenen Tiere leben vom Nektar, die Larven leben räuberisch. Dazu können einige Arten ihre Eier im Flug z.B. direkt in Nest der Mörtelbiene schießen.

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