Die Große Wollbiene – ein sehr interessanter Gartenbewohner

Große Wollbiene auf Blauem Leinkraut
Große Wollbiene auf Blauem Leinkraut

Trotz der Zeichnung sieht man eigentlich gleich, dass es keine Wespe ist – aber was ist es dann?
Gedrungen wie eine Biene, höselt Pollen wie eine Biene … dann ist es wohl eine Biene. Sehr eigenartig aber ist, dass zwischen den beiden Blauen Leinkräutern ein ähnlicher, aber dreimal so großer Brummer hin- und herfliegt und Hummeln und sonstige Blütenbesucher attakiert.

Nach längerer Recherche habe ich endlich das Insekt bestimmen können, dessen Aussehen und vor allem Verhalten mich begeistert. Was ich an unserem Blauen Leinkraut (danke an @waldfussel) beobachten konnte ist die Große Wollbiene.

Sie ist ein häufiger Gartenbewohner, aber mit einem für Bienen exklusiven Verhaltensrepertoire (frei nach Wikipedia_Große-Wollbiene):
Die sonst bei den Bienen als nutzlose Fresser aus dem Bau gejagten Drohnen besetzen bei der Großen Wollbiene Reviere rund um die  bevorzugten Blütenpflanzen, an denen mehrere Arbeiterinnen Pollen, Nektar und Nistmaterial sammeln.

Das Männchen der großen Wollbiene
Das Männchen der großen Wollbiene

Vor diesen Pflanzen patrouilliert das Männchen im Schwebeflug ähnlich einer Schwebfliege und vertreibt Nahrungskonkurrenten, wie zum Beispiel Hummeln, Honigbienen oder andere Männchen. Dazu fliegt es auf seinen Gegner zu und krümmt kurz vor dem Zusammenprall seinen Hinterleib nach vorn, so dass die Dornen am Hinterleibsende nach vorn gerichtet sind.

Ich habe die Große Wollbiene in ihrem Revier – zwei großen blaue Leinkräuter – lange und mit Freude und Interesse  zugesehen und bin begeistert!
Das Männchen konnte ich leider nicht fotografieren, das war in Hektik (Herde bewachen), ich mach´ mich nochmal auf die Pirsch …

Update: heute, 15.08.2011 hab´ ich es erwischt ;-)

Wer diese schöne und interessante Solitär-Bienenart in seinem Garten beobachten möchte, muss nur ein paar der Futterpflanzen bereithalten. Besonders scheint jede Art von Ziest geeignet, bei mir tut´s das Blaue Leinkraut (sehr unkompliziert, wer Samen braucht bitte melden.

Marienkäferlarven, Blattläuse und Schaumzikade – Es kreucht und fleucht

Marienkäferlarve
Marienkäferlarve auf der Jagd nach Blattläusen

Haben wir heuer endlich die Blattläuse am noch jungen Schneeball in den Griff bekommen, so plagen sie uns doch wieder an neuen Stellen: An den Rosen, im Eissalat und an der neuen Margerite!

Aber die Kavallerie ist schon da: Die Marienkäferlarven sind heuer 2 Wochen früher da als letzte Jahr – klasse, ran an die Arbeit!
Zur Unterstützung bekommt die Margerite noch ein paar  Mal Brennesselbrühe auf die befallenen Stellen, mal schauen, ob das hilft.

Die Brennnesselbrühe habe ich gestern angesetzt und beim Ernten gleich auch was gegen ein künftige Rheuma getan  ;-)
Zum Einsatz der Brennesselbrühe und der Brennesseljauche habe ich hier einige Infos zusammengestellt: Brennnesseljauche und Brennnesselbrühe

Schon einige Male habe ich bei unseren Kopfsalaten Schaumzikaden-Larven (Link zu Wikipedia) gefunden. Wenn´s unbedingt meinen, aber ich hätt´auch Unmengen von Girsch im Angebot zum dran Saugen …

Tierleben in unserem Garten – da gehört auch unser 4-beiniger Haus- und Gartenbewohner dazu: Katze Leila. Der Trittstein neben dem Frühbeet ist einer ihrer Lieblingsplätze!

Biotop Regentonne: Stechmücken- und Rattenschwanzlarven

Rattenschwanzlarve mit Stechmückenlarven
Rattenschwanzlarve mit Stechmückenlarven

Heute sind sie dran, die Stechmückenlarven in meinen Wassertonnen (rechts neben dem Blitzlichspiegelbild). Kein EHEC wird sie befallen, aber was Ähnliches: Auch der Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) schädigt den Verdauungstrakt – mit tödlichem Ausgang für die armen Stechmücken …

Dabei habe ich etwas Neues entdeckt und online auch sehr schnell bestimmen können: Rattenschwanzlarven! (das Monster unter dem Blitzlichspiegelbild)

Rattenschwanzlarven sind die Larven der einheimische Mistbiene oder Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege (Eristalinae), einer Schwebfliegenart.

Unternehmen gegen die zugegeben nicht sehr appetitlichen Larven muss man im Gartenbereich nichts, siehe Neudorff. Schließlich werden nur ein paar hübsche Schwebefliegen draus – siehe wikipedia.org/wiki/Mistbiene

Wollschweber – flink und pelzig

Grosser Wollschweber Bombylius major
Großer Wollschweber – Foto Richard Bartz auf Wikipedia

Jetzt weiß ich endlich, wie dieser hübsche Brummer heißt: Großer Wollschweber. Eine treffende Bezeichnung für diese Hummel ähnliche Fliegenart.

Die Wollschweber lieben unser Lungenkraut und strecken ihre langen Rüssel tief in die Blütenkelche und stützen sich nur mit den Vorderbeinen an der Blüte ab.

Interessant: Nur die erwachsenen Tiere leben vom Nektar, die Larven leben räuberisch. Dazu können einige Arten ihre Eier im Flug z.B. direkt in Nest der Mörtelbiene schießen.

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