Grüne Tomaten Rezept – zum Beispiel, wenn die Braunfäule zuschlägt

Das Grüne Tomaten Rezept in 4 Abschnitten

Grüne Tomaten Rezepte sind immer dann gefragt, wenn der Tomaten-Strauch eigentlich noch reichlich Früchte trägt, die Tomaten aber nicht mehr ausreifen können. Das kann im Spätherbst sein, wenn es einfach zu kalt wird. Oder im Sommer, wenn im Garten die Tomaten Braunfäule zuschlägt.

Im Kinohit „Grüne Tomaten“ eröffnen zwei Frauen in den Südstaaten der 30er Jahren das `Whistle Stop Café‘ und haben gebratene grüne Tomaten auf der Karte.
Mein Rezept hier ist ein etwas anders: Chutney Rezept aus grünen Tomaten.

Wie erkenne ich die Braunfäule

Braunfäule an der Strauchtomate Glacier
Braunfäule an der Strauchtomate Glacier

Anlass, mich mit einem Grüne Tomaten Rezept zu beschäftigen ist diesmal nicht der Winter sondern die Tomaten Braunfäule.
Im August habe ich an der Strauchtomate Glacier die ersten Anzeichen der Tomaten Braunfäule (Beitrag im Gartenblog) gesehen und wusste: Das Ende dieser leckeren und früh reifen Tomate naht.

Die Tomaten Braunfäule erkennt man  an den sich ausbreitenden braunen und vertrocknenden Blättern. Mit zunehmenden Befall breitet sich die Pilzkrankheit auch in den Stielen immer weiter aus, die dann ebenfalls braun-schwarz werden.
Bevor die Braunfäule die Früchte befällt ist es also Zeit, die roten, halbroten und grünen Tomaten abzuernten, .

Grüne Tomaten – giftig oder nicht?

Grüne und halbrote Tomaten
Die halbroten können nachreifen, die grünen Tomaten werden gleich verarbeitet

Die halbroten Tomaten können im Zimmer auf der Fensterbank noch etwas nachreifen. Man muss aber genau hinschauen: Wenn die Braunfäule sie schon erreicht hat, wird aus dem Nachreifen nichts und die Früchte werden braun und faulen.

Die grünen Früchte der Nachtschattengewächse – und dazu gehört auch die Tomate –  sind grundsätzlich giftig, denn sie enthalten giftige Alkaloide wie zum Beispiel Solanin! Das Solanin steckt vor allem in der Schale und im Strunk bzw. Stielansatz. Da dieser bei grünen Tomaten ganz besonders hart ist, wird er vor der Verarbeitung sowieso ausgeschnitten. Das reduziert den Gehalt an Solanin im Chutney schon ganz erheblich. Im Gegenzug dazu hilft es aber nichts, das Chutney möglichst lange zu kochen, denn das Solanin ist hitzebeständig ist und zerfällt beim Kochen nicht!
Als Faustregel kann gelten, dass es ab 200 Milligramm Solanin zu ersten leichten Vergiftungserscheinungen kommen kann. Für diese Menge braucht es mehr als ein Pfund reine grüne Tomaten. Natürlich können Kinder und auch Erwachsene sensibel und ganz individuell auf Solanin reagieren.

Die Dosis macht das Gift

Also ja: Grüne Tomaten sind grundsätzlich giftig – letztlich ist es wie bei allem: Die Dosis macht das Gift! Ich werde nicht fünf Kilo Grüne-Tomaten-Chutney auf einmal essen, da wird mir vorher sowieso schlecht! Zudem werden sie bei der Verarbeitung meist mit den halbroten und den anderen Zutaten getreckt.
Nur als Vergleich: Für einen Erwachsenen gelten über den Tag verteilt 100 bis 150 Gramm (10 Esslöffel) Salz als tödlich. Und wegen des Cumarin-Gehalts sollten Kinder nicht mehr als 6 Zimtsterne pro Tag essen. Achtung ist auch bei der Muskatnuss geboten: 4 g reichen schon …

Die ganz kleinen, grünen Tomaten haben für ein grüne Tomaten Rezept einen zu hohen Solaningehalt und können deshalb nicht verwertet werden. Sie müssen zusammen mit dem befallenen Strauch in den Mülleimer (nicht auf den Kompost wegen Ansteckungsgefahr im nächsten Jahr!). So ab 3 cm Größe habe ich sie verwertet.

Mit dem richtigen grüne Tomaten Rezept kann man also die Tomaten-Ernte etwas retten. Aus den grünen Tomaten – am besten gemischt mit den halbroten kann man zum Beispiel ein leckeres Chutney machen als Beilage zu Gegrilltem. .

Grüne-Tomaten-Chutney – Das Rezept

Alle Zutaten für das grünen Tomaten Rezept in einem Bild
Chutney aus grünen Tomaten – so wird´s gemacht!

Chutney-Rezepte gibt es wie Sand am mehr. Mir war wichtig: Es muss fruchtig-süß sein, soll nicht nach Curry schmecken und die Möglichkeit bieten, weitere Früchte des Gartens mitverwerten zu können.

Zutaten

  • 2-3 kg Tomaten
  • 4-5 Äpfel und ein paar Zwetschgen (Fallobst)
  • 4 mittelgroße Zwiebeln
  • Salz, gemahlenen Pfeffer
  • 1 kg Zucker
  • 250 g (1 Tüte) Rosinen
  • 750 ml (1 Flasche) Haushaltsessig
  • Senfkörner, Koriander, ganz
  • 1 Chilischote
  • 5 Gewürznelken
  • Kurkuma
  • Eine große Knolle frischen Ingwer
  • 10 Knoblauchzehen
Fertiges Grüne-Tomaten-Chutney in Gläsern
12 Gläser Chutney aus den grünen Tomaten

Zubereitung

  • Zuerst Ingwer und Knoblauch schälen und in kleine Würfel oder Scheiben schneiden.
    Die Grünen  Tomaten und Äpfel in 1 cm große Würfel schneiden und die Zwiebeln kleinschneiden.
  • Dann Knoblauch und Ingwer in einem großen Topf in Olivenöl anschwitzen – nicht braun werden lassen!
  • Anschließend grüne Tomaten, Äpfel und Zwiebel in den Topf geben
  • Zum Schluss die Gewürze zugeben, mit dem Essig aufgießen und zum Kochen bringen.
  • Nun 2 Stunden leise köcheln lassen, bis das Chutney dick und braun wird. Dabei immer wieder umrühren und Angelegtes am Boden immer wieder lösen.

Dabei Achtung! Wenn das Chutney dick wird, kann es beim Rühren stark aufwallen und spritzen. Ursache ist der Siedeverzug. Nehmt also einen langen Kochlöffel und haltet den Deckel beim Rühren etwas drauf!

Wenn das Chutney schön eingedickt und rotbraun geworden ist, kann es in heiße Gläser gefüllt werden. Das Chutney hält sich gut ein Jahr bis zur nächsten Grillsaison im Sommer und wird mit etwas Lagerungszeit immer besser.
Das Grüne-Tomaten-Chutney ist gut geeignet als Beilage zu alle Grillgerichten wie Steaks aller Art, Bratwurst und -Käse und auch zu gegrilltem Gemüse!
Jenseits der Grillsaison kann es zur Verfeinerung von Soßen, zur deftigen Brotzeit oder als Dip zu Tortilla-Chips verwendet werden.

Link zu Grüne Tomaten