Kornelkirschen Rezepte (Buchvorstellung) und Gärtnerinfo zum Wildobst

Die Kornelkirsche in Garten, Küche und Keller
Die Kornelkirsche in Garten, Küche und Keller
Manuela Grasmann im Leopold Stocker Verlag 2013

Die Kornelkirsche gehört zu den beliebtesten Wildobstarten, doch über ihre vielseitige Verwendung in Küche und Keller ist nur wenig bekannt. In „Die Kornelkirsche in Garten, Küche und Keller“ finden sich viele überraschende Kornelkirschen Rezepte von  süß über pikant bis hin zur Verwertung als Saft oder Likör. Aber auch über Wissenswertes zur Kornelkirsche und Infos zu Anbau und Pflege informiert die Autorin Manuela Grasmann in ihrem kompakten Buch.

Die Autorin Manuela Grasmann stammt aus dem österreichischen Pielachtal, wo die Kornelkirsche (österreichisch “Dirndl”) das Landschaftsbild prägt und seit Jahrhunderten gehegt und gepflegt wird. Aus dieser generationenlangen Tradition sind viele Rezepte und Verwendungsmöglichkeiten für die Kornelkirsche entstanden. Manuela Grasmann zusammengetragen und durch zahlreiche eigene Kreationen ergänzt. Sie ist Produzentin von mehr als 50 Dirndl-Produkten, die sie selbst herstellt und vermarktet.

Kornelkirschen Rezepte von Dressing bis Chutney

Die zahlreichen Kornelkirsche Rezepte bilden den Schwerpunkt des Buches: Ob Likör oder Salatdressing, Chutney, Kompott, Rumtopf oder im Backwerk – Kornelkirschen haben ungeahnte Verwendungsmöglichkeiten!
Die Früchte mit ihrem hohen Vitamin-C-Gehalt können sowohl roh verzehrt als auch zu Sirup, Gelee und Konfitüre verarbeitet werden. Dank ihrer besonders frühen Blüte ist sie eine der wichtigsten Bienennährpflanzen, sie dient Vögeln als Nahrung und ist eine Zierde für jeden Garten. Auch in der Volksmedizin ist sie seit Hildegard von Bingen als Heilmittel gegen verschiedene Gebrechen im Einsatz. Sie verordnet die Kornelkirsche als Bad gegen die Gicht und zum „Reinigen und stärken“ von Magen und Verdauungstrakt.

Übrigens: Kornelkirschen entsteinen ist äußerst mühsam! Einfacher ist es, die Früchte in etwas Wasser weich zu kochen und dann durch ein Sieb oder eine Flotte Lotte zu streichen. So kann man viel einfacher das wertvolle Fruchtfleisch vom Kern trennen.

Die Kornelkirsche in Garten, Küche und Keller
Manuela Grasmann
Leopold Stocker Verlag 2013
160 Seiten, farbig bebildert,
Hardcover 16,5 x 24 cm,  € 19,90

Wissenswertes über die Kornelkirsche

Strauch und Früchte der Kornelkirsche
Strauch und Früchte der Kornelkirsche – (Foto: Wouterhagens, Wikipedia Commons)

Die Kornelkirsche, lateinisch: Cornus mas, ist botanisch mit der Kirsche nicht verwandt. Der Strauch gehört einer gänzlich anderen Ordnung des Pflanzenreiches an. Nur im Deutschen und Englischen (cornelian cherry) hat man wegen der Ähnlichkeit der Früchte dem Strauch die Bezeichnung „Kirsche“ gegeben. Im Französischen heißen sie nur Cornouiller. Im deutschsprachigen Raum werden sie auch Dirndl, Herlitze oder Kornellen genannt.

Hinsichtlich der Früchte stehen dem Gärtner heute eine große Auswahl von Züchtungen zur Verfügung. Die Früchte der wilden Kornelkirsche wiegen etwa zwei Gramm, allein 20 % kommen auf den Kern. Die Früchte moderner Züchtungen kommen bis auf das Dreifache. Die Sorte Jolico besticht mit Kornelkirschen von 6 – 7 g und einem Kernanteil von weniger als 10 Prozent! Da tut man sich in der Küche schon leichter mit Kornelkirschen Rezepte :)

Blüte der Kornelkirsche - Voraussetzung für viele Kornelkirschen Rezepte
Die strahlend gelbe Blüte der Kornelkirsche ist im Frühjahr oft noch vor weißem Schnee nicht zu übersehen

Für den naturnahen Gärtner, der Wert auf einen reichhaltigen Lebensraum legt, ist die Kornelkirsche ein ökologischer Tausendsassa. Sie ist der fast zeitgleich blühenden Forsythie in ihren positiven Wirkungen für das Ökosystem weit überlegen. Denn die Forsythie ist in allen Teilen der Pflanze giftig und wird von Insekten gemieden.
Ganz im Gegensatz zur Kornelkirsche: Mit ihrer frühen Blüte im März/April ist sie eine sehr wichtige Bienen- und Insektennährpflanze. Blätter und Triebe dienen den Wildtieren zur Äsung und später sind die Kornelkirschen heimischen Singvögeln, Haselmaus und Siebenschläfer eine willkommene Nahrungsquelle. Und zunehmend auch für menschliche Feinschmecker: Die Kornelkirsche ist für den Menschen roh oder verarbeitet eine Bereicherung des Speisezettels – dank auch leckerer  Kornelkirschen Rezepte.

Mit ihrem langsamen Wuchs und der geringen Höhe passt die Kornelkirsche gut in den kleinen Hausgarten. Sie treibt selbst bei starkem Rückschnitt wieder aus und eignet sich so gut als Hecke. Die Vermehrung der Kornelkirsche  erfolgt über Absenker, Stecklinge von noch weichem Holz, im Mittsommer oder durch Samen, der im Herbst ausgesät wird.
An den Standort mit Boden und Klima hat die Kornelkirsche wenig Ansprüche, bevorzugt jedoch kalkhaltige Böden ohne Staunässe. Sie ist hitzetolerant und trockenheitsverträglich – ein in jeder Hinsicht attraktiver Strauch auch im Zeichen des Klimawandels.

Die Kornelkirsche in der Geschichte

Das Holz mit rötlichweißem Splint und dunklem Kern ist so hart und schwer, dass es im Wasser nicht schwimmt. Es ist das härteste Holz, das in Europa wächst.
Im Altertum erhielt das Holz der Kornelkirsche deshalb eine militärtechnische und letztlich historische Bedeutung, als der Makedonenkönig Philipp II. seine Soldaten mit bis zu sechs Meter langen Lanzen – den sogenannten Sarissen – ausstattete. Diese wurden nur aus dem harten und dabei elastischen Holz der Kornelkirsche gefertigt. Der erfolgreiche Einsatz der Sarissen ermöglichte letztlich Alexander dem Großen – Philipps Sohn – die Eroberung seines Weltreiches.

Links zur Kornelkirsche