Chilisalz und Chilipulver aus der Kaffeemühle

Frische, trockene und gemahlene Chilischoten
Mit der kleinen Kaffeemaschine kann man easy die trockenen Chili vom Vorjahr mahlen

Lange schon will ich meine getrockneten Chili mahlen und zu Chilisalz, Chilipulver oder-Flocken verarbeiten. Bisher hat mir aber dazu das richtige Werkzeug gefehlt.

Ich habe es mit Mörsern probiert. Aber da springen die trockenen Chilistückchen aus dem Mörser und fliegen durch die Gegend und schlimmstenfalls ins Auge. Ich habe mir auch eine der vielfach angebotenen Handmühlen besorgt. Die haben die harten, ganzen Chili nicht kleinbekommen. Jetzt habe ich mir nach Stöbern in diversen Chiliforen eine kleine, billige, elektrische Kaffeemühle mit Schlagmessern besorgt (20.- €, kein Kegelmahlwerk), und tara! Es funktioniert wie gewünscht.

Chili im Garten

Naja, so scharf wie der rote Apache ist es nicht ;)

Seit einigen Jahren baue ich schon erfolgreich Chili im Freiland an. Meist ist es der kleine, rote Apache mit einem Schärfegrad von 7 (1-10). Der ist sehr ertragreich, gut zu Trocknen  und von besonders typischem Chili-Geschmack. Ich ziehe diesen in der Pflege völlig unkomplizierten Chili ab Anfang Februar auf der Fensterbank vor, bevor er ab Mitte Mai nach draußen kommt. Die stark verzweigte Chili-Pflanze ist klein und buschig und die herabhängenden Früchte reifen zuverlässig von grün nach rot ab.  Der Apache wächst bei mir mit seinem leuchtenden Rot-Grün sehr attraktiv in Töpfen. Ich habe ihn sogar einmal in einem Aquarell verewigt ;)

Chili trocknen

Nicht jeder Chili ist zum Trocknen geeignet. Besonders geeignet sind dünnfleischige Chili-Sorten wie der rote Apache oder der größere gelbe Chili Romania und viele, viele andere Sorten. Wenig bis gar nicht zum Trocknen geeignet sind die dickfleischigen Chili wie zum Beispiel der Jalapeno. Die eignen eher für den Frischverzehr oder auch zum Einfrieren. Ich lege meine Apache-Chilischoten einfach in einen Teller und lasse sie in der Küche vor sich hin trocknen. Ich habe auch schon größere, gelbe Sorten gehabt (Cheyenne); die habe ich auf eine Schnur aufgefädelt und zum Trocknen aufgehängt.
Zum Lagern dann in luftdichte Gläser in den Keller stellen, denn Sonne würde die schönen roten Schoten ausbleichen.

Chili mahlen

Chilisalz in der Kaffeemühle
Je feiner man die Chili mahlt, desto mehr scharfer Chilipuder entsteht – Achtung!!

Mit der elektrischen Kaffeemühle ist das sehr einfach, aber auch nicht ganz ohne. Bei meiner einfachen Mühle gibt es keine Einstellungen zum Mahlgrad: Je länger ich den Knopf drücke, desto feiner wird es. Und je feiner die Chili gemahlen werden, desto leichter schweben nach dem Öffnen der Mahlbox Teilchen in der Luft und können in Auge und Nase geraten. Also immer etwas warten, bis sich das Mahlgut in der Mühle etwas gesetzt hat! Auch ratsam: Haushalts-Handschuhe beim Verarbeiten von Chili anziehen und kein Augenreiben oder Nasebohren ;)

Chilisalz und Chilipulver herstellen

Zutaten für das Chilisalz und Kaffeemühle
Salz und vorgemahlene Chili in die elektrische Kaffeemühle

Ich mahle meine trockenen Chili alle erst etwas grob vor (siehe Bild, kleine Schüssel). So habe ich sie für alle Zwecke direkt parat oder können einfach weiterverarbeitet werden. Für Chilisalz mische ich Salz und die vorgemahlenen Chili im Verhältnis 3 Esslöffel : 2 Esslöffel und mahle die Mischung in der Kaffeemühle noch einmal fein – Mischungsverhältnis und Mahlgrad natürlich nach persönlichen Vorlieben. Es bietet sich geradezu an, die geliebten scharfen Schoten mit einem besonderen Salz aus dem Himalaja oder aus den Salzgärten von der französischen Atlantikküste zu veredeln!
Hier aber wirklich Vorsicht beim Öffnen: Da schwebt erstmal ganz feiner Chilisalz-Staub aus der Mahlbox, der nicht in Augen, Hals und Nase kommen sollte …!
Natürlich kann man die Chili auch ohne Salz zu feinem Pulver für den Gewürzstreuer vermahlen. Aber auch da: Vorsicht beim Handling!!

Und was mache ich mit frischen Chili?

Hausgemachtes Chilipesto aus Apache-Chili
Die scharfen Apache-Chilis als hausgemachte Chilipaste

Wenn man die leckeren scharfen Schoten frisch verarbeitet, bleibt der typische Geschmack der Chili noch besser erhalten.
Ich mache daraus eine Chilipaste, bei der ich auch ein paar grüne Tomate am Ende des Tomatenjahres verwerten kann.

Scharfe Chili-Links