Der Kirsch Aperitif aus Kirschblättern – Vin de cerises de Provence

Zwei Flaschen Rosewein und eine Schüssel Kirschblätter
Rosewein und Kirschblätter sind die Basis des Kirsch Aperitif

Der Aperitif begrüßt die Gäste! Dabei unterliegt die Wahl des Begrüßungsgetränks den persönlichen Vorlieben des Gastgebers wie auch regionalen Traditionen. In Frankreich zum Beispiel wird natürlich Pastis gereicht, aber auch Sherry, Sekt oder Campari-Mischgetränke.
Und eine regionale Besonderheit: Den Kirsch Aperitif Vin de Feuilles de Cerises, Kirschblätter-Wein.

Irgendwann ist die letzte Kirsche vom Baum gepflückt oder den Vögeln überlassen. Doch auch dann kann uns der Kirschbaum noch beschenken. Denn das ist genau die richtige Zeit, um  Kirschblätter zu ernten für den Vin de Feuilles de Cerises, einen Kirsch Aperitif aus Rosewein, aromatisiert mit Kirschblättern. Ja, Kirschblätter!

Zutaten für den Kirsch Aperitif

(für einfache Menge, jedoch mit weniger als 5 Liter sollte man aber besser nicht anfangen)

  • 1 Liter Roséwein – die Farbe des Rosé ist die spätere Farbe des Aperitif!
  • 1/8 Liter 80% Alkohol
  • 1 Stück von einer Vanillestange
  • Kirschblätter, 30 bis 40 Gramm pro Liter Wein
  • Zucker 200 g/Liter

Rezept Kirsch-Aperitif

Zuerst die Kirschblätter waschen und anschließend mit dem Roséwein, Alkohol und der Vanillestange in einem geschlossenen Behältnis mindestens 4 Wochen lang ziehen lassen.
Dann den Kirschwein filtern und nach Geschmack zuckern. Zum Schluss den fertigen Kirsch Aperitif in Flaschen füllen, mit Datum beschriften und mindestens 3 Monate reifen lassen.
Der süße Vin de cerises wird gekühlt oder mit Eiswürfeln serviert.  Der traditionelle  französische Kirschblätterwein ist aber auch als Degistif hervorragend geeignet.

In Frankreich wird das Vin de Cerises Rezept des Hauses nur innerhalb der Familie weitergegeben. Dieses Kirsch Aperitif Rezept stammt von meiner Frau und sie hat es von ihrer Schwester aus der Provence erhalten. Also nicht verraten ;)

Der Vin de cerises sollte vor dem ersten Ausschenken mindestens 3 Monate lagern. Auch wenn der existentialistische Philosoph Sören Kierkegaard (1813 – 1855) sagt: „Der eigentliche Genuss liegt nicht in dem, was man genießt, sondern in der Vorstellung“ wird zumindest die erste Flasche bei uns trotzdem zu diesem frühest möglichen Termin aus dem Keller geholt!
Aber er wird nach weiteren Monaten immer noch besser, weicher und runder. Und wenn man schließlich nach einem Jahr vielleicht die letzte Flasche öffnet und das herrliche Aroma geniest, ist es gerade wieder Zeit, um neue Blätter zu sammeln … :)

Vom Vin de cersise zum Vin de pêche

Grundsätzlich kann man die frischen Triebe und jungen Blätter der meisten Obstbäume ganz einfach auch essen (siehe auch Link weiter unten). Apfel, Birne, Pflaume oder Mirabellen sind schmackhaft und können den Speiseplan bereichern. Die Blätter der Kirsche allerdings zeichnen sich durch ihr herrliches Mandelaroma aus. Und das geben sie auch an den Kirsch Aperitif Vin des Cerises weiter. Die Kirschblätter können gepflückt werden, sobald sie fest und von einer schönen grünen Farbe sind (traditionell in Frankreich: zwischen dem 15. Juni und dem 15. September).
Vin de pêche ist Pfirsichblätter-Wein, wird entsprechend zubereitet wie der hausgemachte Kirsch Aperitif und hat wieder ganz andere interessante Geschmacksnuancen.

Übrigens: Mit diesen extravaganten, hausgemachten Aperitifen aus dem Garten kann man als Gastgeber punkten und ein Fläschchen vom hausgemachten Vin de Cerises  oder Vin de pêche ist ein ganz persönliches Geschenk und immer ein köstliches Mitbringsel.

Kirschblätter – Wein und mehr

Kirschblätter finden aber nicht nur zur Aromatisierung des französischen Kirsch Aperitifs Verwendung. Berühmt sind auch die Kirschblätter in Salzlake der traditionellen japanischen Küche. Kirschblätter (Sakura no ha 桜の葉) werden dort vor allem für verschiedene Süßspeisen verwendet. Gerade zur Kirschblütenzeit im März und April genießt man beim Hanami (jap. 花見, „Blüten betrachten“) den intensiven Geschmack zum Beispiel von Sakura Mochi. Bei diesem Dessert wird gefärbter, süßer Klebreis mit Sakura no ha umwickelt – dem in Salzlake eingelegten Kirschenblatt.

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