Weinrebe Sommerschnitt und eingelegte Weinblätter selbstgemacht

Weinstock nach Sommerschnitt Weinrebe und Glas mit eingelegten Weinblättern
Weinrebe – Sommerschnitt und eingelegte Weinblätter

Mit einer Weinrebe ist man das ganze Jahr beschäftigt. Im Winter steht der wichtige Winterschnitt an, im Frühjahr Stammpflege und Frühjahrsschnitt; danach folgt, wenn nötig, im Juni das Entspitzen. Schließlich steht im Juli „Weinrebe Sommerschnitt“ auf der ToDo-Liste.

Beziehungsweise stand! Denn der Weinrebe Sommerschnitt, auch Grünschnitt genannt, wird auch von den Profi-Winzern nur mehr in Ausnahmefällen durchgeführt. Im Hausgarten ist es letztlich eine Frage der Optik: Soll der Wein gepflegt am Spalier stehen oder darf er in wilden Schwüngen den Raum erobern.
Meine Erfahrung: Ich habe einige Jahre am Entgeizen und Sommerschnitt festgehalten. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass es eigentlich vergebliche Liebesmüh ist. Wenn du einen Trieb kürzt, dann sprießen in kürzester Zeit aus den Blattachseln neue.

Zum Weinrebe Sommerschnitt gehört auch das teilweise Entlauben der Weinreben. Dabei werden einzelne Weinblätter rund um die Trauben entfernt. Auf diese Weise sollen die Trauben mehr Sonne abbekommen und deshalb süßer und aromatischer werden. Blaue Trauben bilden zudem eine kräftigere Färbung aus.

Vor allem sollte das Entlauben dem Grauschimmel vorbeugen, da die Trauben nach Regen und bei feuchtem Wetter schneller abtrocknen können. Meine Erfahrung: Letztes Jahr habe ich wirklich kräftig das Weinlaub ausgelichtet und hoffte so, dem Mehltau ein Schnippchen schlagen zu können. Aber es hat rein gar nichts bewirkt, der Befall war der gleiche wie in den Jahren davor.

So lasse ich heuer den Wein im Sommer nach Belieben wachsen und kümmere mich erst beim Winterschnitt darum, die Wuchskraft des Rebstocks in die richtigen Bahnen zu lenken.

Eingelegte Weinblätter

Beim Weinrebe Sommerschnitt kommt eine ganze Menge an abgezwickten Trieben und Blättern zusammen – zu schade eigentlich zum Kompostieren! Warum also nicht die Weinblätter zum Füllen für Dolmades konservieren? Aber wenn kein Sommerschnitt oder Entlauben erfolgt, schenkt einem der Rebstock genug Weinblätter zum Einlegen.

Für die eingelegten Weinblätter handgroße, junge Blätter verwenden, die noch zart sind. Sie finden sich im vorderen Drittel der Ranken und sind meist auch heller als die alten.
Die Weinblätter habe ich von den Stielen befreit, in 5-Päckchen zusammengelegt und kurz in kochendem Wasser blanchiert.
Dann die 5-Päckchen gerollt bzw. gefaltet und in ein Einmachglas geschichtet.
Zum Haltbarmachen habe ich das Ganze inkl. ein paar Knoblauchzechen mit einer kalten, starken Salzlake (200g auf 1 Liter Wasser) übergossen, die ich mit Gewürzen (auch Kreuzkümmel)  und Chilis aufgekocht hatte.
Für 30 Weinblätter in 6 Paketchen reicht gerade ein 1/5 l Einmachglas. Von der starken Salzlake wird dann maximal 1/4 l benötigt.

Für die Dolmades die Weinblätter mit Gemüsereis füllen und in der Pfanne erhitzen. (hier zu einem Rezept für die Dolmades-Reisfüllung). Vorher aber muss man die Weinblätter wässern, um sie von der Salzlake zu befreien.

Wie man mit Blättern vom Kirschbaum eine vorzüglichen Aperitif herstellen kann, habe ich hier beschrieben: