Bacillus thuringiensis BTI – die Stechmücken-Feuerwehr

Steckmückenlarven in einer Wassertonne vor einsatz des Bacillus thuringiensis israelensisWenn man die Mückenlarven so an der Wasseroberfläche sieht, und wie sie sich dann bei der geringsten Erschütterung nach unten schlängeln, ist es höchste Zeit, den Bacillus thuringiensis israelensis einzusetzen.
(Zum Vergrößern anklicken, )

Update Juni 2017:

Heuer im späten Frühjahr  habe ich die ersten Larven in den Tonnen rund ums Haus gesehen und habe den Bazillus angewendet – das Mittel kommt jetzt übrigens in einer umweltfreundlicheren Papierschachtel daher.

Als im Juni ein paar Stechmücken um uns herum und an uns heran schwirrten, dachte ich, ich wär doch zu spät dran gewesen. Grundsätzlich nicht, aber habe ein kleines Eimerchen mit Wasser übersehen, in das ich oft einmal schnell eine Pflanze beim Versetzen wässere. In diesem 5L Eimerchen konnte sich die erste Mückengeneration ungestört entwickeln und uns um eine kleine Blutspende bitten ;-)

Bacillus thuringiensis israelensis

Es gibt zwei Präparate – Mehr dazu siehe weiter unten

Also immer auch an die verborgenen Stellen mit stehendem Wasser denken – z.B. auch Vogeltränken.
Die erste erwachsene, stechend/saugende Generation ist also schon geschlüpft und nervt uns möglicherweise. Aber die stirbt bald ab; wir müssen nur dafür sorgen, dass Generation 2 nicht aus den Tonnen und Gewässern herauskommt – die wächst gerade heran und kann mit BTI am Schlüpfen gehindert werden.

In der Gebrauchsanweisung steht: 1 Tablette (von 10) für eine 50 Liter Tonne! Das ist natürlich fördernd für den Absatz.  Ich habe eine 500 Liter Tonne schon mit 2 Tabletten erfolgreich bekämpft. Ich mache das wie unten beschrieben – auch wenn drauf steht, dass sich die Tablette durch Spudelwirkung selbst auflöst … ?

Update April 2014

Die ersten noch sehr kleinen Stechmückenlarven sind in unseren Wassertonnen zu sehen. Der warme Winter und das sehr warme Frühjahr sind wohl ideal für die Vermehrung der Stechmücke.  Zeit für den Einsatz von BTI – dem Bacillus thuringiensis israelensis. Das Bakterium ist ein winziges Raubtier, ein biologischer Nano-Kämpfer gegen die drohende Stechmückenplage.

Leider sind unsere Regenwassertonnen ohne Abdeckung ein hervorragender Lebensraum für die Stechmücken-Gattung Culex. Aber auch alle anderen offenen stehenden Wasserflächen, auch die kleinsten, werden zum Mückenbiotop.

Seit 2010 behandle ich meine Regentonnen bei erstem Erscheinen der Stechmückenlarven  mit BTI. Nach dem Test von verschiedenen Präparaten (s.u.) verwende ich den BTI in Tablettenform (Culinex-Tabletten)

1 Tablette reicht für gut 100 Liter – sie muss zerstoßen und das Pulver anschließend in das Wasserbehältnis eingerührt werden. Nach 2-3 Stunden ist es mit der ersten Welle der Stechmücken vorbei, denn der Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) schädigt den Verdauungstrakt der Larven – mit tödlichem Ausgang für die armen Stechmücken …

Getestet habe ich 2 Präparate:

Weiße Dose mit dem Bacillus thuringiensis israelensis Präparat Culinex gegen Stechmücken
Das Päparat Culinex wirkt zuverlässig gegen Stechmücken

Beides wirkt nach ca.2 Stunden – alle Stechmücken-Larven werden vom Bakterium zum Absterben gebracht. Der Effekt soll 2-4 Wochen anhalten.
Btw: Den Wasserflöhen hat das nichts ausgemacht und das Wasser kann ganz normal als Gießwasser verwendet werden – biologische Helfer eben!

5 Gedanken zu „Bacillus thuringiensis BTI – die Stechmücken-Feuerwehr“

  1. Warum die Stechmücken in den Tonnen überhaupt bekämpfen? Auf Wikipedia steht, dass die einheimische „Gemeine Stechmücke“ Culex pipiens pipiens aus den Tonnen nur Vögel sticht. Ihre „menschenstechende“ Unterart Culex pipiens molestus, kommt nur in unterirdischen Lebensräumen (Zisternen, Brauchwassergruben) vor, also nicht in Tonnen. Interessanterweise gehört zu der zitierten Literatur dieses Wikipedia-Beitrages auch Publikationen von Norbert Becker, der scheinbar auch die hier erwähnten Culinex-Tabletten verkauft und auf der Culinex-Homepage die Behandlung von Regentonnen empfiehlt.
    ???

    1. Grüß dich
      danke für dein Feedback.
      Mag alles sein: Meine Familie und ich spüren einen im wahrsten Sinne des Wortes deutlich spürbaren Unterschied, ob wir behandeln oder nicht.
      Ich werde da meine aus der Erfahrung gewonnene Praxis nicht ändern, aber dein Beitrag ist sicher für die Leser des Blogs hilfreich, um die Sache einzuschätzen.

    2. Grüß dich,

      das kann so auch nicht stimmen: Warum wird man am Weiher oder See gerne am Abend gestochen, warum werden an den großen Gewässen mit BT Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt?
      Das sind keine Zisternen …
      Also wird die „normale“ Stechmücke, die in allen möglichen offenen Gewässern sich vermehrt, wohl doch den Menschen als Beutetier ansehen ;-)

  2. Der Hinweis war ausgesprochen hilfreich. Das alte, flüssige Mitel von Neuddorf gibt es nicht mehr. Warum das (neue) Mittel in Tblettenform im Teich für 1000 l, in der Tonne aber nur für 50 l reichen soll, bleibt schleierhaft. Da war die Erfahrung, dass zumindest 2 Tbl für 500 l reichen wirklich wichtig.
    In der neuen Verpackung von „Stechmückenfrei“ von Neudorf, steht, dass das Zeug 2 Jahre nach Produktionsdatum verwendbar sei. Das Produktionsdatum steht aber nirgnds, Wenn dann die Tablette nicht zersprudelt, fragt man sich natürlich, ob das Zeug vielleicht schon 3 Jahre bei Dehner oder sonstwo rumstand.
    Im Gegensatz zum alten flüssigen Mittel ist die neue „Darreichungsform“ von Neudorf ein dickes Ärgernis.

  3. Hallo,

    danke für deine Rückmeldung. Über die eigenartigen Mengenangaben bei Tonne und Teich bin ich auch gestolpert. Habe die Schachtel gerade nicht parat, habe es mir glaube ich so erklärt: Beim Teich gehen sie von der Oberfläche aus und geben dann marketingwirksam das Volumen an. Das lassen sie dann bei den Tonnen gleich …
    Schönen Sonntag noch :-)

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