Die weiße Fliege ist eine Laus – das ist das Problem

Noch kein starker Befall – aber das kann sich schnell ändern

Gestern habe ich beim Ernten eines Brokkoli eine unschöne Entdeckung gemacht: Auf den Unterseiten der Blätter saßen zahlreiche Weiße Fliegen. Dass ich sie gleich erkenne liegt daran, dass ich vor 3 Jahren einen sehr starken Befall am Rosenkohl hatte.

Die Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum) ist trotz ihres Namens und Aussehens keine Fliege, sondern eine Mottenschildlaus. Und da liegt das Problem: genau wie andere Läuse saugen sie an den Blättern der befallenen Pflanze den Nährstoff reichen Pflanzensaft und schwächen sie dadurch. Darüber hinaus sondern sie auch Honigtau aus,  der schimmelt und schwarz wird – der Sternrußtau. Mein Rosenkohl war auf der Blattunterseite total schwarz und klebrig

Gelege im Läusestadium, das ich mit einem scharfen Wasserstrahl weggespritzt habe

Ab da sind die Läuse vor jedem Zugriff durch eine Wachsschicht geschützt- man muss also vorher schauen, die Fliegen in den Griff zu bekommen.

Man muss im Hinterkopf behalten, dass die Weiße Fliege mehrere Generationen im Jahr anlegen kann – da kann also sehr schnell eine massive Vermehrung einsetzen. Deshalb ist Kontrolle und ggf. Bekämpfung notwendig.

Sieht man einmal so ein kleines weißes Fliegetier, sollte man unter die Blätter der Kohlsorten schauen. Ist der Befall nicht so schlimm, kann man die Nester mit einem scharfen Wasserstrahl wegspritzen. Die Fliegen selber kann man durch Schütteln der Stauden aufscheuchen und mit einem auf Sprühen gestellten Wasserstrahl wegsprühen.

Auch die gegen andere Läuse wirksamen Hausmittel können eingesetzt werden

Bei stärkerem Befall auf größerer Fläche können zur biologischen Schädlingsbekämpfung Schlupfwespen und Erzwespen eingesetzt werden, die man beim einschlägigen Handel beziehen kann.
Ob die für Topfpflanzen entwickelten Gelb-Sticker, an denen die angelockten „Fliegen“ kleben bleiben, im Außeneinsatz wirksam sind, kann ich nicht beurteilen.

Ich werde die Entwicklung im Auge behalten und ggf. darüber berichten.