Rhabarberblätter, Rhabarberblüte: Schneckenfalle, Kaliumdünger und Bienenweide

Rhabarberblätter auf den Beeten ausgelegt
Nach der Ernte die Rhabarberblätter als Schneckenfalle auf die Beete legen

Jetzt ist Rhabarberkuchenzeit!
Bei der Ernte der begehrten Stangen fallen im Garten immer die beeindruckenden Rhabarberblätter an. Diese üppige Biomasse ist für den Genuss jedoch ungeeignet, aber eine wertvolle Ressource für die Gartengesundheit.
Denn Rhabarberblätter eigenen sich gut für die Herstellung von speziellen Brühen und helfen bei der Regulierung von Nacktschnecken im Garten.

Mancher Mythos rankt sich um die Rhabarberblüte. Richtig ist jedoch: Sie ist eine wertvolle Bienenweide!

Rhabarberblätter als Kaliumdünger

Rhabarberblätter können als Brühe angesetzt werden zur Unterstürzung der Kaliumversorgung der Gemüsepflanzen. Denn Kalium ist ein wichtiges Nährelement. Es stärkt insbesondere die Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen, Krankheiten und Schädlingen verbessert. Auch Aroma und Lagerfähigkeit von Gemüse wird durch die Kalium-Gabe gesteigert.
Kalium stärkt die Pflanzen das ganze Jahr über und verbessert dabei zum Beispiel den Wasserhaushalt in Trockenzeiten. Darüber hinaus erhöht eine Düngung mit Kalium entscheidend die Winterhärte. Das habe ich bei meinem Rosmarin deutlich gemerkt: Seitdem ich ihn mit Kaliumdünger versorge, kommt er viel gesünder über den Winter.

Rhabarberblätter und Schnecken

Die Nacktschnecken mögen die Blätter vom Rhabarber. Legt man die Rhabarberblätter auf freien Flächen im Garten aus, verkriechen sich die Schnecken tagsüber gerne darunter. Sie nutzen die Blätter als Sonnenschutz und wenn das Rhabarber-Laub etwas welkt, knabbern dabei auch gerne daran
Zum abendlichen Absammeln der Nacktschnecken muss man nun nicht lange suchen: Rhabarberblatt hochklappen und einsammeln.

Rhabarber-Brühe gegen Blattläuse

Der hohe Gehalt an Oxalsäure macht das Rhabarberblatt ungeniessbar für Mensch und Tier. Aus dem selben Grund ist ein Rhabarbersud ein probates Hilfsmittel insbesondere gegen schwarze Blattläuse.
Zubereitung und Anwendung der Rhabarber-Brühe gegen Blattläuse und weitere Infos siehe im Link unten.

Die Rhabarberblüte – Mythos und Wahrheit

Wie alles Leben hat auch die Rhabarberpflanze das primäre Ziel, sich zu vermehren.
Und wie meist im Pflanzenreich wird dazu eine verlockende Blüte ausgebildet, um die unentbehrlichen Bestäuber anzulocken. Die stattliche Rhabarberblüte  ist für Insekten äußerst attraktiv und wird von Wildbienen, Honigbienen und Hummeln, aber auch zahlreichen Fliegen-, Wanzen- und Käferarten besucht.
Im Sinne eines Insekten freundlichen Naturgartens versteht es sich von selbst, zumindest einige Rhabarber-Pflanzen blühen zu lassen. Das bringt Struktur und Insektennahrung ins Gemüsebeet.

Angebliche Argumente gegen die Rhabarberblüte

  • Definitiv nicht richtig: Die Blüte zeigt das das Ende der Erntezeit an.
    Richtig ist: Die Rhabarber-Ernte endet an Johanni am 24. Juni. Nicht vorher! Aber auch nicht nachher. Denn erst danach erreicht die Oxalsäure in den Rhabarberstangen gesundheitsbedenkliche Mengen.
  • Teilweise richtig: Die Blüte verringert den Ertrag.
    Für die Ausbildung einer solch imposanten Blüte braucht der Rhabarber eine Menge Energie und Nährstoffe. Es heißt: Diese Wuchsstoffe könnten eher bei der Ausbildung weiterer erntefähiger Rhabarberstangen gebraucht werden. Aber der Verlust ein paar weiterer Stangen lässt sich doch im privaten Hobbygarten problemlos verschmerzen.
    Nur wer nach dem 24. Juni Rhabarber erntet, schadet seinem Rhabarber und letztlich auch sich selbst.
    Sinnvoll ist es jedoch, nach der Rhabarberblüte den Blütenstängel zu entfernen. Denn die Ausbildung der Samen kostet nun wirklich unnötig Kraft. Außer man legt zu Dekozwecken Wert auf die stilvollen Samenstände.
  • Auf jeden Fall richtig:
    Wer Platz hat im Garten, kann sich und den Insekten mit einem Chinesischen Zier-Rhabarber Gutes tun. Denn die großartige Blüte ist eine Augen- und Bienenweide und liefert ggf. Mengen an Dekomaterial!

Rhabarber-Links

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