Schwarzkohl anbauen – und mit toskanischem Rezept zubereiten

Starke Pflanzen und eine Hand mit Schwarzkohl-Blättern - Erfolg beim Schwarzkohl anbauen
Toskanischer Schwarzkohl – die Ernte erfolgt von unten nach oben.

Schon lange wollte ich in meinem Garten den Toskanischen Schwarzkohl anbauen – oder Palmkohl, wie er wegen seiner Wuchsform auch genannt wird (Brassica oleracea var. palmifolia).

Beim Schwarzkohl anbauen braucht man Geduld, er hat eine lange Entwicklungszeit. Die ersten petrolfarbenen, spatelförmigen Blätter können nach rund 10 Wochen für die Küche (s.u.) geerntet werden.
Dabei wird aber nicht der ganze „Kopf“ mit einem Schlag geerntet. Die Schwarzkohl-Ernte erfolgt durch das Ernten der Blätter von unten nach oben. Die oberen Blätterreihen und die innere Blattrosette lässt man stehen bis diese weiter in die Höhe gewachsen sind. So wächst der Kohl bis in den Winter hinein für eine lange Ernte. Dabei kann man immer genau soviel ernten, wie man gerade benötigt. Trotzdem sollte man die unteren Blätter nicht zu lange stehen lassen. Sie werden hart und faserig.

Schwarzkohl anbauen

Der Schwarzkohl ist im Anbau robust und wie alle Kohlarten ein Starkzehrer, benötigt also ein mit Kompost und Hornspänen gut mit Nährstoff und Feuchtigkeit versorgtes Beet. Auf diesem Beet sollte auch in den Vorjahren kein Kohl oder kohlartige Pflanzen (Kreuzblüter) angebaut worden sein. Dazu gehört z.B. auch Rucola oder Gartenkresse. Bezüglich der Bodenstruktur hat er sich bei mir nicht wählerisch gezeigt und ist im sehr festen, lehmigen Boden gut gewachsen.

Man kann den Schwarzkohl ab März an der sonnigen Fensterbank vorziehen oder ab Mai direkt säen. Dabei sollte die Bodentemperatur aber schon 18-20 °C betragen. Bei Problemen mit Schnecken sind vorgezogenen Pflänzchen sicher hilfreich. Bei Saat und Pflanzung daran denken, dass der „Cavolo nero“, wie der Schwarzkohl in seinem Hauptanbaugebiet in der Toskana genannt wird, eine große Pflanze werden kann.  Abstände von  75 x 45 cm werden empfohlen. Da muss man sich nicht sklavisch dran halten, aber die Größenordnung im Kopf behalten. Ich habe erfolgreich auch mit 50 x 40 cm gepflanzt.

Anfangs haben die Schnecken den jungen Pflanzen arg zugesetzt. Denen ich aber mit Gesteinsmehl den Appetit verderben und im September mit der Ernte beginnen.
Bis in den Dezember hinein konnten wir den Toskanischen Schwarzkohl für die Küche ernten. Im Gegensatz zum Grünkohl braucht er aber keinen Frost, um schmackhafter und zarter zu werden. In milden Wintern kann er möglicherweise überwintern, denn leichte Minusgrade verträgt er ohne Probleme. Bei uns setzte im Januar aber starker Frost ein, da habe ich ihn komplett abgeschnitten.
Claudia vom Gartenblog „das-wilde-gartenblog.de“ hat auf ihre Erfahrung hingewiesen, dass der Palmkohl durchaus winterhart ist – Link am Ende der Seite.

Wer Schwarzkohl anbauen will, kann dies aber auch in einem geeigneten Topf auf dem Balkon oder der Terrasse tun – für die Versorgung mit Vitaminen und Ballaststoffen und die Optik bis spät ins Jahr hinein. Denn wie im Beet ist er auch dort mit seinen schönen großen, palmenwedelartigen schwarzgrünen Blättern ein absoluter Hingucker.

Ribollita – das Schwarzkohl-Rezept

Ribolitta
Ribolitta, aufgewärmt und im Rohr überbacken – sehr lecker!

Der Geschmack des Schwarzkohls ähnelt dem des Grünkohls, ist jedoch deutlich süßer und seine Kohlblätter um einiges zarter, wenn man sie rechtzeitig erntet!

Das typisch toskanische Gericht für den Cavolo nero ist die Ribolitta. Die Ribollita (Aufgewärmtes) ist eine rustikale Gemüsesuppe der toskanischen Küche.

Typische Zutaten sind dabei der Cavolo nero, eben der Schwarzkohl oder Toskanische Palmkohl  und weiße Bohnen, dazu diverses Gemüse frisch aus dem Garten wie Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und Tomaten; statt Staudensellerie nehme ich Pastinaken. Ich habe meine Ribollita nach dem Rezept der Peppinella noch mit Gerstengraupen und Linsen ergänzt.

Zubereitung der Ribolitta: Die Hülsenfrüchte über Nacht einweichen und vor dem Kochen durchspülen. Schwarzkohl und anderes Gemüse in Olivenöl andünsten und mit Wasser oder Brühe aufgießen. Die Hülsenfrüchte zugeben und mit Salz und Thymian abschmecken. Anschließend sollte die Ribolitta ca. 2h köcheln.
Beim Anrichten auf dem Teller das Gericht noch mit einem Schuss Olivenöl und Pfeffer nach Geschmack verfeinern.

Es sollte schon ein richtiger Topf voll werden, denn der Rest vom Eintopf wird am nächsten Tag in eine mit Brotscheiben ausgelegte Schüssel gegeben, mit Zwiebelringen bedeckt und im Ofen gebacken bis die Zwiebeln goldbraun sind.
Die Ribolitta ist sehr lecker, gehaltvoll und sättigend. Meine Familie war schon beim ersten Versuch begeistert :-)
Nun ist trotzdem immer noch ein Rest über – den gibt es morgen nochmal als etwas leichtere Suppe.

Schwarzkohl-Links